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Im Umfragehoch: AfD vor Einzug in Landtag

Dresden Im Umfragehoch: AfD vor Einzug in Landtag

Sachsen soll den Euro-Skeptikern den Durchbruch bringen — mittelfristig wollen sie mit „an die Regierung“.

Dresden. Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) allen Grund zur Gelassenheit. Es gibt keine Wechselstimmung, in Umfragen pendelt die CDU um die 40-Prozent-Marke. Nur eine Frage wird Tillich nicht los: Wie hält er es mit der AfD?

Die eurokritische Alternative für Deutschland hat am 31. August beste Chancen, erstmals den Sprung in ein Landesparlament zu schaffen. Anders als seine Kollegin Christine Lieberknecht (CDU) in Thüringen, wo zwei Wochen später gewählt wird, lässt Tillich die Frage nach einem möglichen Bündnis mit der AfD offen.

Es würde auch mit der SPD — sie wird auf 14 bis 15 Prozent taxiert — zu einer Mehrheit reichen. Als Alternative bieten sich jedoch die Euro-Kritiker an, die in den Umfragen rund sieben Prozent verbuchen. Für Tillichs jetzigen Regierungspartner sieht es schlecht aus. Gerade einmal drei Prozent werden der FDP zugebilligt, den Grünen gut sechs Prozent.

Sachsens AfD ist sehr selbstbewusst. Zweistellig will die Partei werden, betont Landeschefin Frauke Petry gerne. Es klingt darum nur ein wenig kokett, wenn Petry formuliert: „Mittelfristig wollen wir in Sachsen an die Regierung.“

Die große Stärke der AfD sind die Protestwähler. Auch Petry weiß, dass die AfD unzufriedene Unionswähler, gefallene Liberale und wütende Bürger für sich einnimmt. Auch Wähler am äußersten rechten Rand, in Sachsen traditionell stark, werden bedient.

Die NPD könnte erneut über fünf Prozent holen. Die AfD lockt dieses Lager, indem sie auf die Wiedereinführung von permanenten Kontrollen an den Grenzen hinarbeiten will. Sie befürwortet Volksabstimmungen über Moscheebauten mit Minaretten. Und Petry bekannte öffentlichkeitswirksam, dass es ihr kalt den Rücken runterlaufe, wenn Kinder „Happy Birthday“ statt „Zum Geburtstag viel Glück“

sängen.

Selbst innerparteiliche Skandale perlen ab: Einem ehemaligen Vorstandsmitglied der AfD-Dresden wurden Neonazi-Kontakte nachgewiesen. Der damalige Landesvize pöbelte Ende Juni gegen behinderte Menschen. Landeschefin Petry hat diese und andere Problemfälle entsorgt. Ihre Partei verteidigt sie aber entschieden: „Wichtiger, als immer tadellos zu wirken, ist für uns, wenn nötig, Fehler einzuräumen.“ Diese Strategie dürfte ihr am Ende den Einzug in den Landtag sichern.

 



Kai Kollenberg

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