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Immer mehr Pflegebedürftige werden zum Sozialfall

Berlin Immer mehr Pflegebedürftige werden zum Sozialfall

20 Jahre als gesetzliche Versicherung. Jeder Dritte hat Pflegefall im persönlichen Umfeld.

Berlin. 20 Jahre Pflegeversicherung — eine Erfolgsgeschichte? Dank der Pflegeversicherung kommen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zufolge immerhin mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Heimen ohne zusätzliche Sozialhilfe aus. Das sei eine „Erfolgsgeschichte“, sagte Gröhe gestern in Berlin bei einem Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Pflegeversicherung.

Bei ihrer Einführung Anfang 1995 seien noch zwei Drittel der Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen gewesen.

Allerdings steigt die Zahl der auf Sozialhilfe angewiesenen Pflegefälle wieder an, wie die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes berichtete. Die Zahl der Empfänger von staatlicher „Hilfe zur Pflege“ ist nach Angaben des Blattes seit 2005 um rund 31 Prozent gestiegen. Während vor zehn Jahren knapp 340000 Pflegebedürftige von finanzieller Unterstützung abhängig waren, wurden im Jahr 2013 etwa 444000 Fälle registriert.

Auch die staatlichen Nettoausgaben zur Finanzierung armutsgefährdeter Pflegebedürftiger haben dem Bericht zufolge deutlich zugelegt: von 2,61 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 3,34 Milliarden im Jahr 2013. Nach dem Sozialgesetzbuch springt die Sozialhilfe ein, wenn die Pflegebedürftigen die Kosten nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen decken können. „Durch eine solidarische Einbeziehung aller Bürger zur Finanzierung der Pflegeversicherung lässt sich das Problem entschärfen“, sagte dazu die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Hilde Mattheis.

Gröhe betonte in Berlin, für viele Familien sei die Pflegeversicherung „eine ganz wichtige Hilfe“. In dieser Legislaturperiode würden die Leistungen in einem „Kraftakt“ um 20 Prozent erhöht und noch besser an die Bedürfnisse der Familien angepasst. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) forderte die Bundesregierung auf, endlich die nötigen Reformen in der Pflegeversicherung anzugehen. „Durch den Reformstau der vergangenen Jahre auf Bundesebene droht die Pflegeversicherung selbst zum Pflegefall zu werden“, sagte Steffens.

Rund 2,5 Millionen Menschen bezogen im Jahr 2013 Leistungen aus der Pflegeversicherung. Zwei Drittel von ihnen werden zu Hause versorgt, ein Drittel lebt in Heimen. Rund eine Million Menschen arbeiten aktuell in der Pflegebranche.

Mehr als jeder dritte Bundesbürger hat nach einer Umfrage der Privaten Krankenversicherung (PKV) einen Pflegefall in seinem persönlichen Umfeld. Dies treffe besonders auf Ältere ab 55 Jahren (40 Prozent) zu, heißt es in der Umfrage des Insa-Instituts unter 2058 Personen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Neben den rund 2,6 Millionen Pflegebedürftigen selbst sind auch fast 30 Millionen Menschen in deren engerem Umfeld damit konfrontiert.

 



OZ

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