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Nachrichten Politik Juden wollen Verein in der AfD gründen
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16:49 25.09.2018
Ein Mann trägt eine Kippa: Jüdische Mitglieder in der AfD wollen sich zusammenschließen. Quelle: Uli Deck/dpa
Berlin

Jüdische Mitglieder der AfD wollen Anfang Oktober eine bundesweite Vereinigung gründen. „Die AfD ist die einzige Partei der Bundesrepublik, die (...) muslimischen Judenhass thematisiert, ohne diesen zu verharmlosen“, schrieb Gründungsmitglied Dimitri Schulz der Deutschen Presse-Agentur. Eine „Masseneinwanderung junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis“ sei wegen deren „antisemitischen Sozialisation“ jüdischem Leben in Deutschland abträglich.

Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über die Pläne berichtet. Die Gründungsversammlung ist für den 7. Oktober im hessischen Offenbach geplant. Die Räume seien angefragt, aber noch nicht bestätigt, erklärte Schulz. Über den endgültigen Namen werde noch entschieden, vorläufig nenne man sich „JAfD“. Zur Gründungsveranstaltung werden die AfD-Bundesvorstandsmitglieder Beatrix von Storch und Joachim Kuhs erwartet. Laut Schulz sollen auch der hessische AfD-Sprecher Robert Lambrou und die ehemalige CDU-Abgeordnete Erika Steinbach ein Grußwort sprechen.

Jüdisch und AfD-Mitglied zu sein, sei kein Widerspruch, findet Schulz. „Dass sich in den Reihen der AfD einzelne tatsächliche Antisemiten (...) finden, leugnen wir nicht; nur wird in der öffentlichen Wahrnehmung der Einfluss dieser einzelnen Mitglieder maßlos überschätzt.“

„Die AfD ist und bleibt eine Partei, in der Antisemiten sich pudelwohl fühlen können“

Die angekündigte Gründung der Plattform sorgt bei Vertretern jüdischer Gemeinden für Befremdung. Ihr sei „völlig unverständlich“, wie „jüdische Menschen ihre Mitgliedschaft in einer solchen Partei vor sich selbst rechtfertigen können“, sagte die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, der „Bild“. „Die AfD ist und bleibt eine Partei, in der Antisemiten sich pudelwohl fühlen können.“

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sagte, die AfD als Ganzes sei zwar nicht antisemitisch, dulde aber antisemitische Ausfälle wie die Relativierung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen. Das Engagement von Juden innerhalb der AfD werfe daher „einige Fragezeichen auf“.

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Zu den prominenteren jüdischen Mitgliedern der Partei zählt Wolfgang Fuhl aus Baden-Württemberg. Er hatte 2016 berichtet, für sein politisches Engagement erhalte er viel Zuspruch von russischsprachigen Juden. Antisemitismus habe er in seiner Partei noch nicht erfahren, sagte er – obwohl Fuhl im selben Landesverband ist wie der Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon, der wegen antisemitischer Schriften bekannt wurde und aus der Fraktion austrat. Das einzige, was Fuhl an der AfD störe, sei die Forderung nach dem Verbot des Schächtens. Das habe er in Baden-Württemberg aus dem Wahlkampf-Flyer heraushalten können. AfD-Bundesvorstandsmitglied Jochen Kuhs schätzt die Zahl der jüdischen Mitglieder in der AfD bundesweit auf circa 1.400.

In Bayern fordert die AfD in ihrem Programm zur Landtagswahl in drei Wochen sowohl das Verbot der Beschneidung von Jungen ohne medizinische Indikation als auch ein Ende des betäubungslosen Schlachtens von Tieren (Schächten). Beide Forderungen richten sich nicht nur gegen muslimische, sondern auch gegen jüdische religiöse Vorschriften. In Hessen gibt es ebenfalls diese Forderung.

Von Jan Sternberg/RND/dpa

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