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Katalanen wollen Abspaltung von Spanien

Madrid/Barcelona Katalanen wollen Abspaltung von Spanien

Mit der Bildung einer 400 Kilometer langen Menschenkette zeigt die separatistische Bewegung ihre Stärke.

Madrid. Jubel in Barcelona, Ratlosigkeit in Madrid: Die Separatisten in Katalonien feiern ihre eindrucksvolle Massenkundgebung für die Abspaltung ihrer Region von Spanien als Erfolg, dagegen hüllt sich der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy in Schweigen. Die mehr als 400 Kilometer lange Menschenkette durch Katalonien führte dem Madrider Regierungschef vor Augen, dass er neben Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und Parteispendenaffäre ein weiteres großes Problem am Hals hat: das Streben der Katalanen nach Unabhängigkeit.

Hunderttausende Menschen hatten am Mittwoch, dem katalanischen „Nationalfeiertag“, eine Kette durch Spaniens wirtschaftsstärkste Region gebildet. Kataloniens Regierung bezifferte die Zahl der Teilnehmer an der Kundgebung unter dem Slogan „Der katalanische Weg zur Unabhängigkeit“ auf 1,6 Millionen, das Madrider Innenministerium sprach von 400 000. Der Zustrom der Demonstranten, von denen viele gelbe T-Shirts trugen und katalanische Unabhängigkeitsflaggen schwenkten, war so groß, dass auf der 400 Kilometer langen Distanz sich nirgends Lücken in der Menschenkette auftaten. Im Norden reichte die Kette über die Grenze hinweg bis nach Frankreich und im Süden in die Nachbarregion Valencia hinein. Unter den Demonstranten, darunter ganze Familien mit Kindern und Großeltern, herrschte Volksfeststimmung. Die separatistische Bewegung hat in Katalonien in letzter Zeit einen solchen Zulauf bekommen, dass in der Region die Forderung nach Unabhängigkeit alle anderen politischen Themen überschattet. Kompromisslösungen wie eine größere Autonomie scheinen niemanden mehr zu interessieren.

Die Ursprünge dieses Trends liegen gut drei Jahre zurück: Katalonien musste eine — vom Regionalparlament verabschiedete — Landesverfassung stutzen, weil der spanische Zentralstaat Einwände hatte. Aber damit nicht genug: Das Madrider Verfassungsgericht erklärte auch in der modifizierten Fassung mehrere Artikel für illegal. Dies haben viele Katalanen als Demütigung empfunden und bis heute nicht vergessen. Die Madrider Zentralregierung beharrt darauf, dass das von den Separatisten geforderte Referendum über die Gründung eines Staates gegen die spanische Verfassung verstieße.

 

OZ

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