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Kirchen starten ins Reformationsgedenkjahr

Papst in Schweden Kirchen starten ins Reformationsgedenkjahr

Hunderte Veranstaltungen erinnern in den kommenden zwölf Monaten an den Reformator Martin Luther. Zum Auftakt setzen die Kirchen ein Zeichen der Annäherung.

Berlin. Die offiziellen Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation beginnen heute mit Zeichen der Ökumene: mit einem gemeinsamen Gottesdienst von Protestanten und Katholiken in Berlin und einem Besuch des Papstes in Schweden.

Bis zum Reformationstag im kommenden Jahr erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit Hunderten von Veranstaltungen an den Thesenanschlag Martin Luthers 1517 in Wittenberg.

Der Gottesdienst in der Berliner Marienkirche wird unter anderem vom EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, von der EKD-Botschafterin für das Lutherjahr, Margot Käßmann, und dem katholischen Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, gestaltet. Bei einem anschließenden Festakt im Berliner Konzerthaus wird Bundespräsident Joachim Gauck die Festrede halten. Der Gottesdienst wird von der ARD (15.00 Uhr) live übertragen, das ZDF sendet live (17.10 Uhr) aus dem Konzerthaus.

Parallel dazu kommt der Papst zum Reformationsgedenken nach Südschweden. Im Dom der Universitätsstadt Lund treffen sich heute 600 Lutheraner und Katholiken zum gemeinsamen Gebet, unter Franziskus' Leitung und der des Präsidenten des Lutherischen Weltbundes, Bischof Munib Younan. Nach der Liturgie macht sich der Papst auf den Weg zu einer Veranstaltung mit bis zu 10.000 Menschen im benachbarten Malmö. Am Dienstag will er im Fußballstadion der Stadt eine Heilige Messe mit Tausenden Gläubigen feiern.

Bis zum eigentlichen 500. Jahrestag des Thesenanschlags am 31. Oktober 2017 stehen dann hunderte Veranstaltungen, etwa Vorträge, Theateraufführungen und Ausstellungen auf dem Programm.

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sprach sich im Vorfeld für eine weitere Annäherung von Katholiken und Protestanten aus. Das Reformationsjubiläum biete dafür eine Chance. Er sprach dabei von einer „versöhnten Verschiedenheit“, wie es bereits Papst Franziskus getan habe. In den trennenden Fragen des gemeinsamen Abendmahls und des Amtsverständnisses der Geistlichen sei man sich theologisch deutlich nähergekommen. Der Besuch von Papst Franziskus in Lund werde ebenfalls ein starkes ökumenisches Signal aussenden. „Ich hoffe, dass es diejenigen ermutigen wird, die in Zukunft den Tisch des Herren teilen wollen“, sagte Bedford-Strohm.

Der 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der Reformation. An diesem Tag veröffentlichte der Augustinermönch und Theologe Luther 95 Lehrsätze zu den Themen Buße und Ablass. Dieser Protest bedrohte nicht nur das Finanzierungssystem der Kirche, sondern auch weltlicher Herrscher, die vom Ablasshandel profitierten. Sowohl der Papst als auch der Kaiser versuchten Luther kleinzukriegen, aber seine Lehren fanden immer mehr Anhänger, so dass sich schließlich die evangelische Kirche von der katholischen abspaltete.

dpa

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