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Kleinstadt fühlt sich mit Neonazis alleingelassen

Keine Hilfe von Merkel Kleinstadt fühlt sich mit Neonazis alleingelassen

Gleich drei große Rechtsrock-Konzerte sollen im Thüringer Landstädtchen Themar über die Bühne gehen. Der Ort ruft nun die Kanzlerin um Hilfe – und erhält keine Antwort.

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Die Kleinstadt Themar fühlt sich mit den Neonazi-Konzerten allein gelassen.

Quelle: dpa

Themar. Die kleine Stadt Themar im Süden Thüringens hat knapp 3000 Einwohner. Doppelt so viele Neonazis aus dem ganzen Bundesgebiet und Nachbarländern werden dieses Jahr zu Rechtsrock-Konzerten im Ort erwartet. Hauptorganisator der Neonazi-Treffen ist Tommy Frenck, der im Ortsteil Kloster Veßra den Gasthof „Goldener Löwe“ betreibt. „Aryan“, Arier, steht auf seinem Hals tätowiert. Er verkauft T-Shirts mit dem Aufdruck „I love HTLR“, was nach seiner Aussage für „Heimat, Treue, Loyalität und Respekt“ stehen soll.

Einige Themarer fühlen sich mit Herrn Frenck und seinen Kameraden allein gelassen. In einem Offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Erfurter Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und die Innenminister von Land und Bund hat das örtliche „Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit“ nun um Hilfe gerufen. „Wer schützt uns vor diesen Leuten, die hier keiner haben will außer vielleicht 10 - 20 Leute hier aus der Gegend“, fragen die Verfasser. „Das Konzert am 15. Juli steht unter dem Titel „Rock gegen Überfremdung“. In Themar gibt es noch nicht einen Flüchtling oder Asylanten, überfremdet würde es lediglich durch die massive Anzahl von Neonazis.“

Neonazis sollen keinen Platz in der Stadt finden

Stattfinden sollen die Konzerte auf einem Grundstück zwischen der Bundesstraße 89 und einem Naturschutzgebiet. Es gehört Bodo Dressel, dem Bürgermeister des Nachbarorts Grimmelshausen. Ins Amt gewählt wurde er auf CDU-Ticket, inzwischen sitzt er im Kreisvorstand der AfD. Ob Dressel die Aktivitäten des umtriebigen Gastwirts Frenck nur wirtschaftlich oder auch politisch begrüßt, ist unklar.

Eine Antwort auf den Hilferuf hat das lokale Bündnis noch nicht bekommen. Viel mehr als einen Formbrief aus den Vorzimmern erwarten sie auch nicht. Am 15. Juli soll nun auf allen drei Plätzen Themars gefeiert und demonstriert werden, damit Frencks Gäste zumindest mitten in die Stadt keinen Platz finden. Erwartet werden weder Merkel noch Steinmeier oder Ramelow, aber immerhin die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD).

Von Jan Sternberg/RND

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