Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Kritik an G7: Im Kampf gegen Armut „erbärmlich versagt“
Nachrichten Politik Kritik an G7: Im Kampf gegen Armut „erbärmlich versagt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:31 27.05.2016
Anzeige
Ise-Shima

Entwicklungsorganisationen haben scharfe Kritik an den sieben reichen Industrienationen geübt. Trotz vollmundiger Bekundungen habe ihr Gipfel im japanischen Ise-Shima keine konkreten Finanzzusagen zur Bewältigung von Hunger und Armut gebracht.

Solche Hilfe verhindere aber auch Krisen und mögliche künftige Flüchtlingsströme. „Die G7-Staaten haben erbärmlich versagt, die Entwicklungshilfe zu erhöhen, um auf den dringenden und langfristigen Bedarf durch humanitäre Krisen und für Entwicklung zu antworten“, kritisierte Ian Koski von der Organisation One.

Als Fortschritt wurde zumindest gewertet, dass die G7 in ihrem Kommuniqué erstmals ausdrücklich die Forderung nach allgemeinem Zugang zu Gesundheitsversorgung (UHC) erwähnt haben. Nach der langsamen und unkoordinierten Reaktion auf den Ausbruch des Ebola-Virus in Afrika will die G7 auch die Vorkehrungen für künftige grenzüberschreitende Epidemien verbessern und dafür geplante Fonds und Reformen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützen.

Zunächst im Entwurf des Kommuniqués geplante Geldzusagen fehlten am Ende aber. G7-Mitglieder wurden nur allgemein aufgefordert, technische und finanzielle Hilfe zu leisten. „Das ist schwach“, sagte der Gesundheitsexperte Marwin Meier vom Kinderhilfswerk World Vision. „Die Bekundungen sind vollmundig, aber es fehlen konkrete, zeitgebundene Pläne und finanzielle Zusagen.“ Eine Beendigung aller vermeidbarer Mütter- und Kindertode bis 2030 sei so nicht möglich.

Es fehle auch ein Plan zur Umsetzung des vor einem Jahr im bayrischen Elmau verkündeten Ziels, 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030 von Hunger und Nahrungsmangel zu befreien, sagte Meier. „Angesichts der traurigen Tatsache dass Mangelernährung immer noch Grundursache für etwa 40 Prozent aller Kindertode unter 5 Jahren darstellt, ist dies ein besonders trauriges Versagen der sieben reichsten Länder der Erde.“

dpa

Mehr zum Thema

Kompromiss in Wirtschaftsfragen, Enttäuschung in der Flüchtlingskrise und Streit mit China. Der erste Tag des G7-Gipfels in Japan brachte gemischte Ergebnisse - und über allem wachte die Sonnengöttin.

27.05.2016

Zwei Tage und eine lange Liste: Es geht um Syrien und die Krim, um Terroristen und Hacker, Flüchtlinge und ihre Schlepper, die schwache Weltwirtschaft und den Klimawandel - ist das überhaupt zu schaffen?

02.06.2016

Große Gipfel, kleine Fortschritte, macht die G7-Runde ohne Russland eigentlich noch Sinn? Botschaften gibt es jedenfalls viele - und in Japan noch eine deutsche Besonderheit. Es geht um einen Professor.

02.06.2016

Lange wurde Donald Trump als chancenlos eingeschätzt, dann ließ er all seine Konkurrenten hinter sich. Nun erreicht er eine wichtige Schwelle. Und teilt wieder mal fleißig aus.

27.05.2016

Kompromiss in Wirtschaftsfragen, Enttäuschung in der Flüchtlingskrise und Streit mit China. Der erste Tag des G7-Gipfels in Japan brachte gemischte Ergebnisse - und über allem wachte die Sonnengöttin.

27.05.2016

Der Umgang mit Flüchtlingen und dem Fremden bestimmt die Debatten auf dem Katholikentag. Bundespräsident Gauck sieht Versuche, Hysterie zu verbreiten. Und die AfD feuert verbal gegen die Kirchen.

26.05.2016
Anzeige