Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Lawrow rügt OPCW-Bericht im Fall Skripal
Nachrichten Politik Lawrow rügt OPCW-Bericht im Fall Skripal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:04 14.04.2018
Lawrow bringt neue Untersuchungsergebnisse ist Spiel. Quelle: Pavel Golovkin/ap
Moskau

Russland hält den Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) über den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal für unvollständig.

Ein Schweizer Labor habe in den Blutproben Spuren des chemischen Kampfstoffes BZ gefunden, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in Moskau. Dessen Wirkung setzt seinen Angaben zufolge in bis zu 60 Minuten ein und hält bis zu vier Tage an. Die Erkenntnisse des Labors in Spiez blieben jedoch in dem Bericht der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) unerwähnt, hieß es.

Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury gefunden worden. Der Fall löste einen diplomatischen Konflikt zwischen Russland und zahlreichen westlichen Staaten aus.

Lawrow sagte der Agentur Interfax zufolge, weder in Russland noch in der Sowjetunion seien Giftstoffe entwickelt worden, die der Formel entsprechen. „Diese Substanz findet sich im Arsenal der US-Armee, Großbritanniens und anderer Nato-Länder.“ Moskau werde die Organisation mit den Schweizer Ergebnissen konfrontieren.

Die OPCW hatte am Donnerstag in Den Haag die Ergebnisse ihrer Experten veröffentlicht. Die britische Behörden gehen davon aus, dass der in der früheren Sowjetunion entwickelte Stoff Nowitschok verwendet worden war. Die OPCW bestätigte die Londoner Angaben, äußerte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag auf Skripal und seine Tochter Julia verantwortlich ist.

dpa

Amerika und seine Verbündeten mögen mit Waffengewalt weitere Chemie-Angriffe des syrischen Regimes verhindert haben. Doch für eine dauerhafte Lösung des Krieges ist vor allem die Diplomatie der Bundesregierung gefragt, findet US-Korrespondent Stefan Koch.

14.04.2018

Moskau hat vor dem UN-Sicherheitsrat eine Niederlage erlitten. Eine Mehrheit lehnt es ab, die Angriffe der Amerikaner auf syrische Anlagen als „Aggression“ zu verurteilen. Vertreter von Russland und den USA gehen sich gegenseitig scharf an.

14.04.2018

Der deutsche Außenminister will den Syrien-Konflikt durch Diplomatie lösen. Die Angriffe auf die syrischen Anlagen durch die USA hält Heiko Maas dennoch für gerechtfertigt. Besonders Russland macht er Vorwürfe.

14.04.2018