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Machtkampf in Kiew: Timoschenko soll weichen

Kiew/Moskau Machtkampf in Kiew: Timoschenko soll weichen

Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Petro Poroschenko hat die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko zum Verzicht auf ihre Bewerbung um das höchste Staatsamt aufgefordert.

Kiew. Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Petro Poroschenko hat die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko zum Verzicht auf ihre Bewerbung um das höchste Staatsamt aufgefordert. Das Land könne „jetzt keinen schmutzigen Wahlkampf gebrauchen, der am Ende möglicherweise von Russland ausgenutzt wird und eine neue Invasion provoziert“, sagte Poroschenko der „Bild“-Zeitung.

Timoschenko müsse „verstehen, dass wir nach den vielen Toten am Maidan in einem neuen Land aufgewacht sind, das neue Mentalitäten und neue Politiker verdient hat“, sagte Poroschenko. Weiter sagte der Süßwarenunternehmer, der nach Angaben des US-Magazins „Forbes“ über ein Vermögen von umgerechnet rund einer Milliarde Euro verfügt, er wolle im Falle seiner Wahl als Präsident seinen Konzern Roschen verkaufen. „Als Präsident der Ukraine will und werde ich mich allein um das Wohl des Landes kümmern“, sagte Poroschenko.

Die ukrainische Politikerin und Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko stößt bei den Deutschen auf große Vorbehalte. Fast zwei Drittel (64 Prozent) halten sie nach einer Umfrage für das Hamburger Magazin „Stern“ nicht für vertrauenswürdig. Besonders misstrauisch sind die Wähler der Linken (82 Prozent), aber auch die der SPD (69 Prozent) und der Grünen (67 Prozent). Dass man Timoschenko, die mit Gasgeschäften ein Vermögen gemacht hat, vertrauen könne, meinen lediglich 20 Prozent aller Bürger.

Der US-Kongress verabschiedete indes eine Milliarden-Hilfe für die Ukraine. Nach dem Senat stimmte am Dienstag auch das Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit für Kreditgarantien im Umfang von einer Milliarde Dollar (gut 725 Millionen Euro). Der Beschluss muss nun noch von US-Präsident Barack Obama unterzeichnet werden.

Die ukrainische Übergangsregierung bezifferte den Bedarf an Finanzhilfen allein für das laufende Jahr auf mindestens 15 Milliarden Dollar. Der IWF stellte Kiew in der vergangenen Woche einen Hilfskredit von bis zu 18 Milliarden Dollar in Aussicht.

 



OZ

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