Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Macron hält Angriff in Syrien für möglich
Nachrichten Politik Macron hält Angriff in Syrien für möglich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:21 10.04.2018
Hand in Hand beim möglichen Eingreifen in Syrien: US-Präsident Donald Trump (links) und der französische Präsident Emmanuel Macron. Quelle: AP
Paris

Frankreich will binnen Tagen mit den USA und Großbritannien über eine Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien entscheiden. Dies erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron am Dienstag. Er sei für eine „starke und gemeinsame Reaktion“, sagte er und bekräftigte, der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien sei für Frankreich eine „rote Linie“. Jegliche Aktion würde Chemiewaffenvorräte ins Visier nehmen, sagte Macron, der innerhalb von zwei Tagen zwei Mal mit US-Präsident Trump über das Thema Syrien sprach.

Syrischen Oppositionsaktivisten zufolge starben bei dem mutmaßlichen Chemieangriff in Duma am Samstagabend 40 Menschen. Die Opposition hat das syrische Militär für den Angriff verantwortlich gemacht. Die syrische Regierung und ihre russischen Unterstützer haben die Anschuldigungen zurückgewiesen.

US-Präsident Trump hatte am Montag mit einem baldigen Militärschlag gegen Syrien gedroht und angekündigt, „kraftvoll“ auf den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf Zivilisten vom Samstag zu reagieren. Russland oder jegliches anderes Land, das eine Mitverantwortung trage, werde „einen Preis zahlen“, hatte Trump gewarnt.

Russland warnt die USA vor Eingreifen in Syrien

Trump und die britische Premierministerin Theresa May tauschten sich telefonisch über die Lage in Syrien aus. Wie das Weiße Haus mitteilte, verurteilten die beiden die „grausame Missachtung von Menschenleben“ durch den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Trump und May hätten darin übereingestimmt, dass sie den weiteren Gebrauch von Chemiewaffen nicht zulassen wollten.

Aus der Downing Street in London hieß es am Dienstag, May, Trump und Macron seien entschlossen, die Verantwortlichen für den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien zur Rechenschaft zu ziehen. Der berichtete Angriff sei „absolut verwerflich“. Mit Macron habe May am Dienstag ebenso telefoniert wie mit Trump.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Unterhaus warnte, ein US-Angriff auf Syrien könnte eine direkte militärische Konfrontation zwischen Russland und den USA auslösen. Ein Angriff könnte russische Soldaten in Syrien Treffen und eine russische Vergeltung zur Folge haben, sagte Wladimir Schamanow. Russland habe „die nötigen Mittel dafür, und die Amerikaner und ihre Verbündeten wissen das ziemlich genau.“ Ein russischer Vergeltungsschlag könnte US-Kriegsschiffe und Flugzeuge ins Visier nehmen, sagte er. Der Einsatz von Atomwaffen sei „unwahrscheinlich“, sagte er.

Von RND/tap