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Politik Das Auf und Ab von Martin Schulz - Ein Jahr Bundespolitik
Nachrichten Politik Das Auf und Ab von Martin Schulz - Ein Jahr Bundespolitik
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08:57 09.03.2018
Martin Schulz verlässt nach den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD die CDU-Parteizentrale. Quelle: Kay Nietfeld/archiv
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Berlin

Der Verzicht von Martin Schulz auf den Posten des Außenministers markiert das vorläufige Ende einer einjährigen politischen Berg- und Talfahrt des SPD-Manns in der Bundespolitik:

24. Januar 2017: SPD-Chef Sigmar Gabriel verzichtet auf Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur. Gabriel schlägt Schulz für beide Posten vor. Die SPD steht in Umfragen bei 21 Prozent. Der frühere EU-Parlamentspräsident Schulz sagt: „Dieses Land braucht in diesen schwierigen Zeiten eine neue Führung.“

29. Januar: Schulz wird von der SPD als Kanzlerkandidat nominiert.

6. Februar: Die SPD überholt in einer Umfrage mit 32 Prozent erstmals in der Wahlperiode die Union (31 Prozent) - der Umfragehöhenflug des Manns aus Würselen beginnt.

19. März: Schulz wird bei einem Sonderparteitag in Berlin mit 100 Prozent der Stimmen zum SPD-Vorsitzenden gewählt und als Kanzlerkandidat bestätigt.

26. März: Bei der Landtagswahl im Saarland gewinnt entgegen allen Hoffnungen der SPD die CDU klar mit 40,7 Prozent (SPD: 29,6 Prozent).

3. Mai: Die Union liegt in Umfragen wieder deutlich vor der SPD. Laut Forsa kommen CDU/CSU auf 36 Prozent, die SPD auf 28 Prozent.

7. Mai: Weiterer Rückschlag für Schulz: In Schleswig-Holstein verliert Rot-Grün die Mehrheit (CDU: 32,0 Prozent, SPD 27,2). Ende Juni kommt eine „Jamaika“-Koalition aus Union, FDP und Grünen.

14. Mai: Bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen wird Rot-Grün abgewählt. Die CDU steigert sich dort auf 33,0, die SPD sackt auf 31,2 Prozent ab. Armin Laschet (CDU) bildet Ende Juni eine Regierung mit der FDP.

18. Mai: Schulz spricht in der „Zeit“ über Fehler im Wahlkampf: „Ich habe von Anfang an vor dem Schulz-Hype gewarnt. Ich kann aber nicht ausschließen, dass ich mich selber davon habe beeindrucken lassen.“

17. August: Schulz zeigt sich trotz mieser Umfragen siegessicher: „Frau Merkel wird in den letzten zehn Tagen wahrscheinlich noch von dem einen oder anderen immer noch für unschlagbar gehalten. Aber am 25. heißt der Bundeskanzler Martin Schulz“, sagt er Phoenix und Deutschlandfunk.

3. September: Beim TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Schulz schaltet der SPD-Herausforderer auf Angriff - trotzdem gewinnt Merkel das Duell nach Umfragen von ARD und ZDF.

24. September: Bei der Bundestagswahl landet die SPD bei einem Allzeittief von 20,5 Prozent (-5,2). Schulz verkündet: „Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist.“

25. September: Schulz sagt in einer Pressekonferenz: „In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten.“

19. November: Nach gut fünf Wochen bricht die FDP Sondierungen mit CDU und Grünen über eine Jamaika-Koalition ab.

24. November: Angesichts von Krisengesprächen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit den Parteivorsitzenden rückt Schulz vom Nein zu einer neuen großen Koalition ab. Auf einem Kongress der Jusos in Saarbrücken sagt er, er strebe keine große Koalition, aber auch keine Neuwahlen an. „Ich strebe gar nix an.“

7. Dezember: Ein SPD-Parteitag in Berlin bestätigt Martin Schulz mit 81,9 Prozent als Vorsitzenden. Die Delegierten akzeptieren „ergebnisoffene Gespräche“ mit der Union über eine Regierungsbildung.

13. Dezember: Union und SPD sondieren jetzt über eine Koalition - Schulz nimmt an ihrer ersten Spitzenrunde teil.

21. Januar 2018: Ein SPD-Parteitag in Bonn billigt den Start von Koalitionsverhandlungen. Schulz will mit „Mut zur Entschlossenheit“ in die Gespräche gehen.

7. Februar: Union und SPD einigen sich auf einen Koalitionsvertrag. Schulz kündigt an, dass Fraktionschefin Andrea Nahles ihm an der Parteispitze nachfolgen solle. „Es ist sichtbar, dass Frau Nahles jünger und weiblicher ist als ich.“ Er wolle Außenminister werden.

9. Februar: Auf Druck aus der SPD mit Blick auf den anstehenden SPD-Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag erklärt Schulz, er sehe ein erfolgreiches Votum durch die Diskussionen um ihn gefährdet. „Daher erkläre ich hiermit meinen Verzicht auf den Eintritt in die Bundesregierung.“

dpa

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