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Massenproteste gegen Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye

Rücktritt gefordert Massenproteste gegen Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye

Immer mehr Südkoreaner machen ihrer Unzufriedenheit mit der Regierung und Präsidentin Park Geun Hye Luft. In Seoul gehen so viele Menschen auf die Straße wie schon seit der Demokratisierungsbewegung in den 80er Jahren nicht mehr.

Seoul. Bei den größten Straßenprotesten in Südkorea seit Jahrzehnten haben Hunderttausende Demonstranten den Rücktritt von Präsidentin Park Geun Hye gefordert.

Die Menschen machten in Seoul lauthals ihrem Ärger über einen Korruptionsskandal um eine langjährige Freundin der konservativen Staatschefin Luft. Die Veranstalter sprachen von 850 000 bis eine Million Teilnehmern, die Polizei von 260 000.

Park wird vorgeworfen, ihrer Vertrauten Choi Soon Sil die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt bekleidet. Choi, die mittlerweile wie auch zwei ehemalige Berater Parks in U-Haft sitzt, ist die Tochter eines früheren Sektenführers und Förderers von Park.

Die Demonstranten verteilten sich in der Nähe des Präsidentenpalastes auf mehreren Straßen. Neben der Hauptkundgebung auf dem Gwanghwamun-Platz in der Innenstadt versuchten viele, näher an den Amtssitz von Park heranzukommen. Die Straßen dahin wurden jedoch von großen mobilen Kunststoff-Wänden und Polizeibussen versperrt. Etwa 25 000 Bereitschaftspolizisten waren im Einsatz.

Wie schon bei den kleineren Straßenprotesten an den beiden Samstagen davor hielten die Teilnehmer Plakate mit dem Aufruf „Park Geun Hye, tritt zurück!“ in die Höhe und skandierten Protestparolen gegen die Regierung. Unter den Demonstranten waren junge wie ältere Menschen sowie Familien mit Kindern. Viele waren aus anderen Städten angereist.

Nach Berichten des Rundfunksenders KBS waren auch Proteste gegen Park in mehr als 30 Städten in etwa zehn anderen Ländern geplant, darunter waren die USA und Deutschland.

Zwei öffentliche Entschuldigungen Parks für die Affäre um ihre Vertraute Choi sowie ihre Erklärung, sich notfalls auch den Fragen der Staatsanwaltschaft zu stellen, konnten die Südkoreaner bisher nicht besänftigen. Bei den Ermittlungen geht es auch darum, ob Choi neben der Bearbeitung von Reden Parks Zugang zu Geheimdokumenten hatte. Ihr wird außerdem vorgeworfen, unter Ausnutzung ihrer Beziehung zu Park Spendengelder in Millionenhöhe von Unternehmen für zwei Stiftungen eingetrieben zu haben.

Zu den Protesten hatten über 1500 Bürgerverbände, Studentengruppen und Gewerkschaften aufgerufen. Auch zahlreiche Oppositionspolitiker gingen auf die Straße. Allerdings gibt es derzeit keine konkreten Rücktrittsforderungen der oppositionellen Demokratischen Partei Koreas, die die größte Oppositionskraft im Parlament ist.

Ende nächsten Jahres wird ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Park ist noch regulär bis Ende Februar 2018 im Amt. Nach ihrer einmaligen fünfjährigen Amtszeit kann sie nicht wiedergewählt werden.

dpa

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