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Nachrichten Politik McCains letzte Attacken gegen Trump
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08:46 14.05.2018
US-Senator John McCain hat einen bösartigen Hirntumor. Quelle: AP
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Washington

John McCain bleiben nur noch Tage, vielleicht ein paar Wochen. Seinen Kampf gegen einen bösartigen Hirntumor wird der langjährige US-Senator bald verlieren.

Obwohl er schon seit Monaten nicht mehr im Kongress in Washington präsent ist, erlebt Amerika zurzeit jedoch die vielleicht wirkmächtigsten Momente des 81-Jährigen. Ausgerechnet der konservative Hardliner hat sich zum stärksten innerparteilichen Gegner des Präsidenten entwickelt, der fast wortwörtlich bis zu seinem letzten Atemzug vor Donald Trump warnt.

Der Admiralssohn, der in den 60er Jahren in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft saß und unter schwerer Folter litt, stemmt sich ausdrücklich gegen die gegenwärtige America-First-Politik. Trump würde uramerikanische Werte mit den Füßen treten, indem er gegen Zuwanderer hetze und renommierte Institutionen wie die Bundespolizei FBI gezielt in Misskredit bringe. Auch Trumps wiederholte Beleidigungen der kritischen Medien als Fake News werden von Autokraten kopiert, die eine freie Presse diskreditieren und kontrollieren wollen.

McCain kritisiert Gina Haspel

McCains Attacken gelten diversen Initiativen des Präsidenten: So lehnt der frühere Bomberpilot die Kandidatin für die Führung des Geheimdienstes CIA strikt ab. Gina Haspel dürfe die Behörde nicht führen, da sie nach den Attacken vom 11. September 2001 das sogenannte Waterboarding in thailändischen Gefängnissen als CIA-Mitarbeiterin überwacht habe. Mit den umstrittenen Verhörmethoden habe sich ein Schatten auf Amerikas Geschichte gelegt, so der Senator. Auch wenn Haspel die damaligen Zustände bei der CIA mittlerweile selbst kritisch hinterfragt, habe sie sich mit ihrem Verhalten disqualifiziert.

Scharfe Worte finden sich auch in seinen Memoiren, die in wenigen Tagen auf den amerikanischen Buchmarkt kommen: „Ich kann endlich sagen, was ich will, ohne dass ich die Konsequenzen fürchten muss“, schreibt McCain in „The Restless Wave“ (die ruhelose Welle).

Der Riss zwischen den beiden Parteifreunden reicht tief und nimmt längst makabre Züge an. McCain, der seine letzten Tage auf der Familienranch in Arizona verbringt, hat die eigene Beerdigung bereits bis ins Detail geplant und lässt das Weiße Haus wissen, dass eine Teilnahme des Präsidenten nicht erwünscht sei. Aus der Regierungszentrale wiederum drang eine Debatte an die Öffentlichkeit, die auch viele Konservative empört. Als die engsten Mitarbeiter darüber berieten, wie sich McCains Opposition gegen die CIA-Kandidatin Haspel überwinden lasse, sagte die Beraterin Kelly Sadler: „Das Problem löst sich von selbst, McCain stirbt doch sowieso.“

Von Stefan Koch/RND

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