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Merkel und Park fordern von Nordkorea Verzicht auf Atomwaffen

Berlin Merkel und Park fordern von Nordkorea Verzicht auf Atomwaffen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye haben Nordkorea zum Verzicht auf sein Atomprogramm aufgerufen.

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye haben Nordkorea zum Verzicht auf sein Atomprogramm aufgerufen. Die atomare Bedrohung durch Pjöngjang müsse überwunden werden, sagte Merkel am Mittwochabend nach einem Gespräch mit Park in Berlin.

Beide Politikerinnen betonten, sie wollten die Zusammenarbeit vor allem auf wirtschaftlicher Ebene vertiefen. Südkorea will auch von den deutschen Erfahrungen bei der Wiedervereinigung profitieren.

Nordkorea hatte am Mittwochmorgen nach Kritik an seinem umstrittenen Atomprogramm demonstrativ zwei Mittelstreckenraketen abgefeuert. Die beiden Raketen vom Typ Rodong seien nördlich von Pjöngjang gestartet worden und nach rund 650 Kilometern ins Japanische Meer gestürzt, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Merkel unterstützte Parks Plan für eine schrittweise Vertrauensbildung in den Konflikten Südkoreas mit China und Japan. Es sei wichtig, dass man „in ein multilaterales Gesprächsnetz hineinkommt“. Zunächst könnten einfache und dann schwierigere Themen bearbeitet werden. „Nur über Gespräche und Kontakte kann man dann Schritt für Schritt vorankommen.“ Park sagte, sie gehe angesichts der wirtschaftlichen Verflechtungen und Abhängigkeiten in Ostasien davon aus, dass die Konflikte über politischen Dialog und ohne militärische Auseinandersetzungen gelöst werden könnten.

Park bezeichnete die deutsche Einheit als „Vorbild und Modell für eine friedliche Wiedervereinigung“ mit Nordkorea. Um von den deutschen Erfahrungen zu profitieren, soll die Arbeit bestehender Gremien und Besuchsprogramme ausgebaut werden. Merkel nannte die deutsche Wiedervereinigung eine Verpflichtung, auch anderen Staaten dabei zu helfen, ihre nationale Einheit wiederherzustellen.

Vor dem Gespräch mit Merkel war Park von Bundespräsident Joachim Gauck zu ihrem Staatsbesuch begrüßt worden. Gauck hob die Gesprächsbereitschaft Südkoreas gegenüber dem Nachbarn im Norden hervor und übte scharfe Kritik an der Lage der Menschenrechte dort. Ein UN-Bericht dokumentiere die „unvorstellbare Grausamkeit“ in den zahlreichen sogenannten Straf- und Umerziehungslagern, sagte Gauck. „Trotz aller Provokationen von nordkoreanischer Seite zeigen Sie beharrlich Dialogbereitschaft - wir sehen das mit Hochachtung.“

Für Asiens viertgrößte Volkswirtschaft ist Deutschland seit vielen Jahren wichtigster europäischer Handelspartner. Bei einem deutsch-koreanischen Wirtschaftsforum am Donnerstag in Berlin sollen die ökonomischen Beziehungen vertieft werden. Thema dürfte die globale Rolle Chinas ebenso sein wie der Konflikt mit Russland.

Die konservative Präsidentin Park ist seit etwas mehr als einem Jahr im Amt. Die 62-Jährige ist die Tochter des früheren Präsidenten Park Chung Hee, der sein Land viele Jahre diktatorisch regierte.

 



dpa

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Holger Klein aus Rostock

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