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Politik Michael Groschek ist neuer Chef der NRW-SPD
Nachrichten Politik Michael Groschek ist neuer Chef der NRW-SPD
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21:12 10.06.2017
Der designierte SPD-Landesvorsitzende Michael Groschek spricht beim Außerordentlichen Landesparteitag der NRW-SPD in Duisburg. Quelle: Federico Gambarini
Duisburg

Einen Monat nach der verlorenen Landtagswahl hat die SPD in Nordrhein-Westfalen einen neuen Landesvorsitzenden gewählt. Nachfolger von Hannelore Kraft an der Spitze des mitgliederstärksten SPD-Landesverbands ist der scheidende Bauminister Michael Groschek.

Auf einem außerordentlichen Landesparteitag in Duisburg wurde er mit rund 86 Prozent der 411 gültigen Stimmen gewählt. 353 Delegierten stimmten für Groschek, 43 gegen ihn, 15 enthielten sich. Eine Stimme war ungültig.

„Mehr wäre auch gelogen gewesen“, kommentierte der 60-jährige Groschek sein Ergebnis. „Vielen Dank für so viel Ehrlichkeit.“ Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Groschek war von 2001 bis 2012 bereits Generalsekretär der Landes-SPD. Die noch amtierende NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze wurde - ebenfalls ohne Gegenkandidaten - mit nur rund 69 Prozent der Stimmen zur neuen Generalsekretärin gewählt.

Kraft war noch am Wahlabend des 14. Mai von allen Parteiämtern zurückgetreten, nachdem sie als Spitzenkandidatin mit nur 31,2 Prozent der Stimmen das schlechteste SPD-Ergebnis bei einer NRW-Landtagswahl eingefahren hatte. Die 55-Jährige, die nicht zum Parteitag nach Duisburg kam, war gut zehn Jahre lang Chefin der NRW-SPD.

Vor dem Parteitag hatte es viel Unmut der Basis über überhastete personelle Vorentscheidungen gegeben. Schon wenige Tage nach der verlorenen Landtagswahl hatte der Landesvorstand Groschek und Schulze eilig nominiert. Auch in der Landtagsfraktion waren schnell Pflöcke für den alten Chef Norbert Römer (70) eingeschlagen worden. In einer ungewöhnlich ausgiebigen, engagierten Parteitagsaussprache forderten vor allem die Jusos grundlegende Änderungen und mehr Mitbestimmung der Basis.

Groschek entschuldigte sich im Namen der Parteispitze für die Niederlage bei der Landtagswahl. „Wir haben die Karre vor die Wand gefahren, weil wir uns zu sicher waren und nicht glaubten, dass Armin Laschet Hannelore Kraft besiegen kann.“

Als „Zeichen der Ermutigung“ wertete Bundesparteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz den Parteitag. Die Botschaft aus Duisburg sei: „Wir kämpfen für den 24. September - für den Wahlsieg bei der Bundestagswahl.“ Auf die kritischen Personaldiskussionen in der NRW-SPD und Fehleranalysen zur Landtagswahl ging er nicht ein.

dpa

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