Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Mitten in EM-Euphorie: Isländer wählen neuen Präsidenten
Nachrichten Politik Mitten in EM-Euphorie: Isländer wählen neuen Präsidenten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:18 26.06.2016
Anzeige

Reykjavík (dpa) - Mitten in der Euphorie um den Einzug ihrer Fußballnationalelf ins EM-Achtelfinale haben die Isländer am Samstag einen neuen Präsidenten gewählt. Rund 245 000 Menschen auf der Insel im Nordatlantik waren seit 11 Uhr (MESZ) aufgerufen, für ihren Favoriten unter neun Kandidaten zu stimmen.

Bis um Mitternacht (MESZ) sollten die Wahllokale noch geöffnet sein. Mit einem Endergebnis wurde im Laufe der Nacht zum Sonntag gerechnet.

Nachdem die Isländer sich überraschend für die Fußball-EM qualifiziert hatten, hatten viele Inselbewohner schon im Voraus abgestimmt. Damit, dass ihr Team es über die Vorrunde hinaus schaffen würde, hatten die meisten aber wohl nicht gerechnet. Damit auch die Fußballfans wählen konnten, die in Frankreich geblieben waren, um ihre Mannschaft beim Achtelfinale gegen England am Montag anzufeuern, hatte das Innenministerium spontan ein Wahllokal im Camp des Nationalteams in Annecy eingerichtet.

In Umfragen vor der Präsidentenwahl hatte der Historiker Gudni Th. Jóhannesson in den vergangenen Wochen mit weitem Abstand vorn gelegen. Durch seine Auftritte als Experte im Fernsehen ist er einem breiten Publikum auf der Nordatlantik-Insel bekannt.

Nach den Enthüllungen der Panama Papers über Briefkastenfirmen in Steueroasen, die Islands Regierungschef zum Rücktritt gezwungen hatten, war das Vertrauen der Isländer in ihre Politiker geschwunden.

Viele Landsleute hatten Jóhannesson bestärkt, sich für den Präsidenten-Posten zu bewerben. Daraufhin war er schnell zum Favoriten aufgestiegen. Der Wahlkampf sei für ihn „neu und aufregend“ gewesen, sagte der fünffache Vater der Deutschen Presse-Agentur.

Neben Jóhannesson kämpften acht andere Kandidaten um das Amt, darunter der frühere isländische Ministerpräsident Davíð Oddsson und der Schriftsteller Andri Snær Magnason. Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson wollte nach 20 Jahren und fünf Amtszeiten nicht mehr antreten. Auch Mitglieder seiner Familie waren in den Enthüllungen der Panama Papers aufgetaucht.

Der isländische Präsident hat vor allem repräsentative Aufgaben, kann aber etwa auch ein Veto gegen Gesetzentwürfe einlegen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung.

Mehr zum Thema

Wer Trump nicht mag, der wittert Hoffnung: Seine Kampagne hat gravierende Finanzprobleme. Kann ihn das stoppen?

23.06.2016

Lange hat er die Zähne zusammengebissen, jetzt presst er sich ein knappes „Ja“ ab: Sanders will im November für Clinton stimmen. Unter allen Umständen gelte es, Trump zu verhindern.

25.06.2016

Reykjavík (dpa) - Der Historiker Gudni Th. Jóhannesson hat die Präsidentenwahl in Island gewonnen.

26.06.2016

Der Papst auf Friedensmission im Kaukasus: Auch am zweiten Tag findet Franziskus deutliche Worte und erinnert an die Gräueltaten vor mehr als 100 Jahren. Er nimmt die jungen Menschen in die Pflicht.

26.06.2016

Großbritannien ist seit 43 Jahren in der EU - nun folgt eine komplizierte Scheidung. Es muss schnell gehen, sagen die EU-Spitzen. London spielt aber auf Zeit. Und eine europäische Spitzenpersonalie muss Premier Cameron auch noch lösen.

03.07.2016

Das Brexit-Votum zum Ausstieg Großbritanniens aus der EU sorgt für heftige Turbulenzen. Online verlangen mehr als 1,5 Millionen Menschen eine zweite Abstimmung. Die Scheidungsverhandlungen haben noch nicht begonnen, da zeichnet sich im Königreich selbst ein Rosenkrieg ab.

25.06.2016
Anzeige