Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik „Mr. Bean“ verteidigt Ex-Außenminister Boris Johnson in Burka-Affäre
Nachrichten Politik „Mr. Bean“ verteidigt Ex-Außenminister Boris Johnson in Burka-Affäre
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:05 10.08.2018
Rowan Atkinson, britischer Schauspieler, wurde als „Mr. Bean“ reich und berühmt. Quelle: Andy Rain/EPA/dpa
London

Der britische Schauspieler und Komiker Rowan Atkinson (Mr. Bean) hat sich in der Debatte um umstrittene Burka-Äußerungen hinter den ehemaligen Außenminister Boris Johnson gestellt.

Johnson steht seit Tagen in der Kritik, weil er Frauen mit Vollverschleierung in seiner wöchentlichen Kolumne im „Telegraph“ am Montag mit „Bankräubern“ und „Briefkästen“ verglichen hatte.

Atkinson dagegen findet, Johnson habe mit dem Briefkasten-Vergleich einen „ziemlich guten Witz“ gemacht. Er müsse sich daher nicht entschuldigen. „Man sollte sich wirklich nur für einen schlechten Witz entschuldigen“, schrieb Atkinson in einem Leserbrief an die „Times“. Mit Witzen über Religion stoße man immer jemanden vor den Kopf, daher sei eine Entschuldigung sinnlos.

Hashtag #BanBoris auf Twitter

Seine Kritiker werfen Johnson vor, er habe mit seiner Wortwahl gezielt versucht, Stimmung gegen Muslime zu machen, und wolle sich bei rechtskonservativen Wählern anzubiedern. Seine Partei leitete ein Disziplinarverfahren ein, nachdem mehrere Beschwerden eingingen. Im Extremfall droht ihm dabei der Ausschluss aus der Fraktion oder sogar aus der Partei.

In Uxbridge, dem Wahlkreis von Boris Johnson, demonstrierten rund dreißig vollverschleierte Frauen gegen den ehemaligen Außenminister. Ihr Schlachtruf „Ban Boris!“ – „Verbannt Boris!“ mauserte sich zum beliebten Hashtag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

May fordert Entschuldigung von Johnson

Selbst Premierministerin Theresa May hatte sich den Forderungen nach einer Entschuldigung angeschlossen. „Ich glaube, wir sollten alle mit der Sprache und den Begriffen, die wir verwenden, sehr umsichtig sein“, sagte May. Auch weitere konservative Parteikollegen Johnsons kritisierten seine Wortwahl.

Johnson war im Juli im Streit um die Pläne Mays für den EU-Austritt zurückgetreten. Dem ehemaligen Wortführer der Brexit-Kampagne werden Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs nachgesagt. Nach einer Umfrage unter Tory-Anhängern von Anfang August ist er der Favorit für die Nachfolge von Premierministerin May.

Von RND/dpa