Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Müller schließt in Tunesien Ausbildungsvereinbarungen
Nachrichten Politik Müller schließt in Tunesien Ausbildungsvereinbarungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:02 10.10.2018
Will in Tunesien die berufliche Ausbildung in deutschen Betrieben voranbringen: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Quelle: Kay Nietfeld
Berlin

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will in dem von Jugendarbeitslosigkeit geplagten Tunesien die berufliche Ausbildung in deutschen Betrieben voranbringen.

Dies sei ein Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des nordafrikanischen Landes, biete aber auch Chancen für die Betriebe und Deutschland, wie Müller in Berlin vor seiner Abreise am Mittwoch erklärte. Geplant ist die Unterzeichnung von Kooperationsabkommen mit sieben Unternehmen.

„Tunesien ist Reformpartnerland. In einer besonderen Partnerschaft wollen wir dort die demokratischen Strukturen unterstützen: good governance (gute Regierungsführung), aber dann auch den wirtschaftlichen Fortschritt stabilisieren“, sagte Müller. „In den letzten Jahren gab es dort ermutigende Zeichen.“ So hätten sich 270 deutsche Unternehmen dort engagiert und 60.000 Arbeitsplätze in Tunesien geschaffen.

„Diese Länder haben ein sehr junges Durchschnittsalter. Millionen von Jugendlichen, die keine Perspektive, die keine Arbeit haben und der Schlüssel dazu ist Ausbildung. In unserem Sinne zum Handwerker, nicht zum Universitätsabsolventen“, sagte Müller. Er nannte die Bereiche Energie, Strom, Elektrik und Bau als Kooperationspartner.

Er sehe die berufliche Ausbildung zum Handwerker in Tunesien und später in Marokko auch als eine Brücke. „Wir könnten fünf Jahre weiter in einer Situation sein, wo wir über die Brücke tunesische Fachkräfte in Deutschland beschäftigen können, die dann aber nach einem festen Zeitpunkt, ich denke an fünf Jahre - Rotationsprinzip - zurückgehen und eigene Betriebe im eigenen Land aufbauen“, sagte Müller.

Wenn die Jugend zu Hause Arbeit habe, kämen die Menschen nicht als Migranten über das Meer nach Europa. „Das Thema wird uns die nächsten 50 Jahre beschäftigen. Wenn ich allein an Ägypten denke. 25 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Von den 25 Millionen haben zwei Drittel keinen festen Arbeitsplatz und keine entsprechende Ausbildung“, sagte Müller. Europa sei sozusagen in Sichtweite. „Deshalb tun wir gut daran, in diese Länder zu gehen, unser Wissen und unsere Technologie einzubringen und in Ausbildung zu investieren.“

Tunesien gilt als Hoffnungsland, weil es als einziges Land der Region nach dem sogenannten „Arabischen Frühling“ den Wandel zu einer funktionierenden Demokratie geschafft hat. Allerdings leidet das kleine nordafrikanische Land unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und kämpft weiterhin mit wirtschaftlichen Problemen. Immer mehr junge Tunesier versuchen, illegal nach Europa zu gelangen.

dpa

Für immer mehr Städte werden Dieselfahrverbote verhängt – nun auch für Berlin. Die SPD bringt angesichts dessen auch Bußgelder für Autobauer ins Spiel. Auch die Opposition verlangt mehr Druck.

10.10.2018

Der Rücktritt von Nikki Haley als UN-Botschafterin kam überraschend angesichts der bevorstehenden Kongresswahlen. Der US-Präsident grenzt derweil das Kandidatenfeld für die Nachfolge auf fünf Personen ein.

10.10.2018

Stundenlang hatten die EU-Umweltminister verhandelt, dann die Einigung: Der CO2-Ausstoß soll von 2020 bis 2030 um 35 Prozent sinken. Die Bundesregierung musste deutliche Zugeständnisse machen.

10.10.2018