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03:36 13.07.2013
Ein Muslimbruder küsst das Porträt von Ex-Präsident Mursi.

Mursi oder Märtyrertod — für den Ägypter Mohammed Said Mohammed Hamid gibt es keine Alternativen. „Entweder wir tragen Mursi auf unseren Schultern zurück in seinen Palast“, meint der Demonstrant, „oder wir sterben als Märtyrer.“ Dass das Leben ohne einen Präsidenten Mohammed Mursi von der Muslimbruderschaft und zugleich auch ohne eine blutige Eskalation der Gewalt weitergehen könnte, glaubt er nicht.

Zu Zehntausenden strömten gestern Mursi-Anhänger in das Zentrum von Kairo zusammen. Zehn Tage nach dessen Sturz durch das Militär wollten sie der Welt mit dem „Millionen-Menschen-Marsch“ beweisen, dass sie die Massen und das Recht auf ihrer Seite haben. Die Bühne für die Hauptkundgebung vor der Raba-al-Adawija-Moschee im Außenbezirk Nasr City zieren neben arabischen auch englische Transparente: „Pro-Democracy“ und „Anti-Coup“.

„Die Armee — und sie ist die letzte Institution, von der ich das erwartet hätte — hat die legitime Ordnung angegriffen“, ruft einer der zahlreichen Redner in die Menge. Die Muslimbrüder und ihre islamistischen Verbündeten in der Allianz zur Unterstützung der Legitimität sehen in der Entmachtung Mursis nichts als einen kaltblütigen Militärputsch. In den Augen seiner Kritiker hat Mursi bei der Lösung der Probleme des Landes versagt und eine schleichende Islamisierung des Staates betrieben. Doch zugleich war er vor mehr als einem Jahr demokratisch gewählt worden. „Was sagt der Westen dazu? Der Westen beharrt doch immer auf demokratischen Wahlen“, wirft der junge Journalist Mohammed Selim ein. Er berichtet für die Zeitung „Freiheit und Gerechtigkeit“.

Das Blatt ist das Organ der gleichnamigen Partei, des politischen Arms der Muslimbruderschaft.

Doch es ist fraglich, ob das Protestcamp in Nasr City und die Großdemonstrationen die Entwicklung rückgängig machen können. Das Militär und die zivilen Politiker, die den Umsturz mittragen, schaffen Tatsachen. Adli Mansur, der Übergangspräsident, hat bereits eine Verfassungsdeklaration erlassen, die einen Fahrplan zu Parlamentswahlen innerhalb von rund sechs Monaten enthält. Übergangspremier Hasem al-Beblawi ist dabei, eine Interimsregierung zu bilden.

Gregor Mayer

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