Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Nach Bannons Vorwürfen schlägt Trump mit Wucht zurück
Nachrichten Politik Nach Bannons Vorwürfen schlägt Trump mit Wucht zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:55 03.01.2018
US-Präsident Trump lässt die Kritik vonn Steve Bannon nicht auf sich sitzen. Quelle: Evan Vucci
Washington

US-Präsident Donald Trump bricht mit seinem früheren Chefstrategen Stephen Bannon.

Nach schweren Vorwürfen Bannons an die Adresse des ältesten Trump-Sohnes Donald erklärte der Präsident: „Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand.“

Kurz zuvor hatte ein Bericht des britischen „Guardian“ in Washington für gewaltiges Aufsehen gesorgt: Bannon wertet ein Treffen von Donald Junior mit einer russischen Anwältin im Wahlkampf 2016 als „Verrat, unpatriotisch und üblen Mist“.

Trumps ältester Sohn hatte im Juli 2017 unter Druck zugegeben, sich mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. Von ihr hatte er sich heikle Informationen über die damalige Gegenkandidatin seines Vaters versprochen, die Demokratin Hillary Clinton. Mit im Raum waren auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie der damaliger Wahlkampfchef Paul Manafort.

Donald Junior hatte auf das Angebot, sensible Informationen über Clinton zu erhalten, geantwortet: „Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich es.“

Bannons Äußerungen stammen aus dem Buch „Fire and Fury“ von Michael Wolff, das kommende Woche erscheint und auf angeblich 200 Interviews basierend über Trumps Weißes Haus berichtet. Bannon hatte die Machtzentrale im August 2017 verlassen, galt aber seither eigentlich als Trump-nah.

Bannon sei nur ein Angestellter gewesen, erklärte Trump, und habe nichts mit seinem „historischen Sieg“ zu tun. Tatsächlich gilt Bannon, der im Sommer 2016 an Bord des Wahlkampfteams kam, aber als ein entscheidender Faktor für Trumps Sieg.

„Jetzt, wo er auf sich alleine gestellt ist, lernt Steve, dass Gewinnen nicht so einfach ist, wie es bei mir aussieht“, erklärte Trump.

Bannon wird zu dem Treffen Trump Juniors mit den Worten zitiert: „Die drei ranghohen Herren hielten es für eine gute Idee, in einem Konferenzraum im 25. Stock des Trump Towers eine Vertreterin einer ausländischen Regierung zu treffen - ohne Anwälte. (...) Jemand hätte sofort das FBI rufen sollen.“

Sonderermittler Robert Mueller, der Absprachen zwischen dem Trump-Team und Russland hinsichtlich einer Wahlbeeinflussung untersucht, wird sich laut Bannon ganz auf das Thema Geldwäsche konzentrieren. Muellers Team werde versuchen, Trump über seinen Sohn, Manafort und Kushner zu Leibe zu rücken. „Sie werden Don Jr. im landesweiten Fernsehen knacken wie ein Ei.“

Trump erklärte, viele Vertreter der republikanischen Partei unterstützten seine „Make America Great Again“-Agenda. Wie er würden sie die USA aufbauen statt einfach alles niederbrennen zu wollen. Diese Aussage ist auch mit Blick auf das Kongress-Wahljahr 2018 zu verstehen. Bannon will angeblich in vielen Bundesstaaten populistische, eigene Kandidaten unterstützen.

dpa

Mehr zum Thema

Schiffe verladen Öl auf hoher See auf Frachter aus Nordkorea - und verstoßen damit gegen Sanktionen. US-Präsident Trump zeigt sich „sehr enttäuscht“ über China. Doch Peking beteuert, die UN-Resolutionen strikt zu befolgen und heimliche Öllieferungen bestrafen zu wollen.

29.12.2017

Noch nie hat eine Regierungsbildung in Deutschland länger als derzeit gedauert. CSU-Chef Seehofer kann den Verdruss der Bürger darüber gut verstehen und setzt der Union und der SPD deshalb auch eine Frist.

30.12.2017

Donald Trumps früherer außenpolitischer Wahlkampfberater George Papadopoulos hat nach einem Bericht der „New York Times“ durch Äußerungen im Mai 2016 die Russland-Ermittlungen ...

30.12.2017
Politik Studie über Flüchtlinge - Die importierte Gewalt

Die Jugendkriminalität in Deutschland war eigentlich auf dem Rückzug. Doch plötzlich stiegen die Zahlen wieder. Liegt es an den Flüchtlingen? Eine vom Bund bezahlte kriminologische Studie im Untersuchungsraum Niedersachsen bestätigt den Verdacht.

04.01.2018

Nach der Aufregung der vergangenen Tage wegen der CSU-Forderungen nach einer schärferen Flüchtlingspolitik klang die Mitteilung nach einem Spitzentreffen von Union und SPD etwas freundlicher.

03.01.2018

Zuletzt haute die CSU mit ihren Forderungen in der Asylpolitik nochmals auf den Putz. Führende Köpfe der SPD reagierten frostig. Nach dem Spitzentreffen zwischen SPD und Union ist die Tonlage aber wieder entspannter. Alle drei Parteien blicken optimistisch auf die anstehenden Sondierungsgespräche.

03.01.2018