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Politik Netanjahu wirft Iran geheimes Atomprogramm vor
Nachrichten Politik Netanjahu wirft Iran geheimes Atomprogramm vor
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22:12 30.04.2018
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirft dem Iran ein geheimes Atomwaffenprogramm vor Quelle: AP/Sebastian Scheiner
Tel Aviv

Auf einer Pressekonferenz in Tel Aviv hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu Dokumente und Bilder aus einem „geheimen Atomarchiv“ in Teheran vorgelegt, die Israels Geheimdienst aufgespürt habe und die dies beweisen sollen. Damit würde das Land gegen das Atomabkommen von 2015 verstoßen.

„Der Iran hat gelogen“, bilanzierte Netanjahu. Das internationale Abkommen nannte er einen „schrecklichen Deal“, der nie hätte unterzeichnet werden sollen. „Das Atomabkommen basiert auf Lügen“, sagte er weiter.

Das geheime Material, das der Iran nach der Unterzeichnung des Atomabkommens versteckt habe, könne zum Bau von „fünf Hiroshima-Bomben“ dienen, sagte Netanjahu. „Der Iran hat auf der höchsten Ebene geplant, den Bau nuklearer Waffen fortzusetzen.“ Die Informationen seien von den Vereinigten Staaten verifiziert worden.

Entscheidung in Washington vor dem 12. Mai erwartet

Ob die israelischen Informationen die US-Regierung dazu ermutigen, vom Atom-Deal abzurücken, bleibt abzuwarten. Bis zum 12. Mai muss Washington entscheiden, ob die USA an den ausgesetzten Sanktionen gegen den Iran festhält und damit Teil des internationalen Abkommens bleibt. Das Abkommen soll es dem Iran unmöglich machen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug wurden Sanktionen gegen das Land aufgehoben.

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So funktioniert das politische System im Iran

Ruhani lehnt Änderungen des Atomabkommens ab

Wie Israels Premierminister Netanjahu droht auch US-Präsident Donald Trump, das Atomabkommen aufzukündigen, falls es nicht nachgebessert wird. Der Vertrag war 2015 zwischen dem Iran, den fünf UN-Veto-Mächten und Deutschland geschlossen worden.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die USA dazu bewegen, das unter Trumps Vorgänger Barack Obama abgeschlossene Abkommen zu retten. Macron hatte unlängst bei seinem USA-Besuch ein Gesamtkonzept für den Iran ins Gespräch gebracht und eine „neue Vereinbarung“ gefordert.

Von RND/dpa

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