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Nordkoreas Machthaber feiert den jüngsten Atomtest

Pjöngjang Nordkoreas Machthaber feiert den jüngsten Atomtest

Der Regime-Chef zeigt sich von den Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines Atomprogramms unbeeindruckt. Er nutzt den ersten Kongress der Arbeiterpartei seit 36 Jahren, um seine umstrittene Atompolitik zu preisen.

Pjöngjang. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat zum Auftakt des ersten Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 seine Atompolitik gepriesen.

Nordkoreas Militär und das Volk hätten zuletzt den ersten Wasserstoffbombentest unternommen sowie einen Satelliten ins All befördert - und damit „die Würde des Landes und seine Macht gestärkt“, sagte Kim in seiner Eröffnungsrede am Freitag in Pjöngjang. Er trug für ihn unüblich einen dunklen Anzug westlichen Schnitts mit Krawatte.

Kim feierte vor Tausenden Parteidelegierten den Atomversuch im Januar und einen ebenfalls umstrittenen Raketenstart im Februar als „historische Meilensteine“, allen internationalen Sanktionen zum Trotz. Der Kongress gilt als wichtigste Versammlung des isolierten Staates seit Jahren. 

Nordkorea hatte behauptet, bei dem Test im Januar eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Dies wurde jedoch von Experten in Südkorea und im Westen bezweifelt. Eine solche Bombe hat eine viel größere Explosionskraft als eine herkömmliche Atombombe.

Seit dem Atomtest nehmen die Spannungen in der Region zu. Der UN-Sicherheitsrat hatte als Antwort auf den Nuklearversuch - den vierten - und den umstrittenen Start einer Weltraumrakete die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft. 

Der Kongress im Haus der Kultur in Pjöngjang wurde hinter verschlossenen Türen eröffnet. Es wurde erwartet, dass Kim den Parteitag benutzt, um seine Stellung zu festigen, Führungsämter mit loyalen Anhängern neu besetzt sowie politische und wirtschaftliche Richtlinien ausgibt.  

Offiziell teilte das Regime aber zunächst nichts über Programm oder Dauer mit. Über 100 eingeladene ausländische Medienvertreter wurden nicht in den Tagungssaal gelassen.

Nach Berichten der amtlichen chinesischen Agentur Xinhua waren etwa 3000 Partei-Delegierte aus dem ganzen Land zu dem Kongress angereist, der vermutlich drei Tage dauern werde. Am ersten Tag wurde ein Rechenschaftsbericht Kims zur Lage des Landes erwartet.

Wie viel davon nach außen dringen wird, war zunächst unklar. Die Staatsmedien sprachen in dieser Woche von einem „historischen Ereignis“, das den revolutionären Glauben der Nordkoreaner demonstrieren werde. Grundlage des nordkoreanischen Systems ist eine sozialistische Wirtschafts- und Staatsform, die vom früheren Staatschef und Kims Großvater, Kim Il Sung eingeführt wurde. 

Beobachter gingen davon aus, dass der Kongresse die Ende März 2013 beschlossene Doppel-Strategie im Prinzip bekräftigen wird, nach dem der Aufbau einer Atomstreitmacht und die Entwicklung der Wirtschaft parallel betrieben werden sollen.   

Südkoreanische Medien spekulierten, dass Kim Jong Un seine Schwester Kim Yo Jong, die Ende 20 sein soll, auf einen höheren Posten in der Partei befördern könnte. Sie soll derzeit als stellvertretende Leiterin der Propagandaabteilung des Zentralkomitees tätig sein.

dpa

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