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Nordkoreas Machthaber zementiert Stellung als Parteichef

Pjöngjang Nordkoreas Machthaber zementiert Stellung als Parteichef

Seit dem Tod seines Vaters vor viereinhalb Jahren ist Kim Jong Un in Nordkorea Staats-, Armee und Parteichef. Immer wieder kommen neue Amtstitel hinzu, jetzt ist er auch Parteivorsitzender.

Pjöngjang. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat zum Abschluss des ersten Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 seine Position an der Spitze der Organisation zementiert. Kim sei zum Parteivorsitzenden gewählt worden, berichteten die Staatsmedien.

Die Verleihung des neu geschaffenen Titels gilt nach Ansicht von Beobachtern als symbolischer Schritt, mit der der nach Atomwaffen strebende Staat die neue Herrschaftsära unter Kim Jong Un hervorheben will.

Kim war als erster Parteisekretär bereits Parteichef. Sein Ende 2011 gestorbener Vater, von dem er auf die Machtübernahme systematisch vorbereitet worden war, trägt den Titel „ewiger Generalsekretär“, der Großvater Kim Il Sung den Titel „ewiger Präsident“.

Der offizielle Teil des Kongresses sei nach vier Tagen zu Ende gegangen, verkündete das Staatsfernsehen in Nordkorea nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. 

Zuvor billigten die mehr als 3400 Delegierten die Politik Kim Jong Uns zum Ausbau des Atomwaffenarsenals. „Wir werden beständig an der strategischen Linie festhalten, den wirtschaftlichen Aufbau und die Schaffung einer Atomstreitmacht voranzutreiben“, hieß es. Die Atomstreitmacht solle „in Qualität und Quantität“ gestärkt werden. 

Die Spannungen im Atomstreit mit Nordkorea nahmen zuletzt ständig zu. Nach einem neuen nordkoreanischen Nukleartest - dem vierten des Landes - und einem umstrittenen Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft. Nordkorea hatte angesichts der neuen Sanktionen sowie eines Großmanövers der USA mit Südkorea unter anderem mit atomaren Erstschlägen gegen diese beiden Länder gedroht. 

In seiner Rede vor dem Kongress hatte Kim mildere Töne angeschlagen. Nordkorea wolle als „verantwortlicher Atomwaffenstaat“ die Beziehungen auch zu bisher feindseligen Ländern normalisieren, versicherte er. Südkorea machte er indirekt ein Angebot zum Dialog und rief zu Militärgesprächen auf. 

Südkoreas Verteidigungsminister erklärte, die Tür zum Dialog bleibe offen, doch müsse Nordkorea auf Atomwaffen verzichten. „Unsere Position und die der internationalen Gemeinschaft ist es, dass wir Nordkorea niemals als atomar bewaffneten Staat anerkennen werden“, sagte ein Sprecher in Seoul.  

Die Parteidelegierten in Pjöngjang wählten den Berichten zufolge außerdem mit Premierminister Pak Pong Ju und Parteisekretär Choe Ryong Hae zwei weitere Mitglieder in das fünfköpfige ständige Komitee des Politbüros. Kim Jong Un ist ebenfalls Mitglied. Das Politbüro ist das höchst Vollzugsorgan der Partei. 

dpa

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