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Nordkoreas Raketen flogen Richtung Japan

Südkoreanisches Militär Nordkoreas Raketen flogen Richtung Japan

Nach Militärmanövern Südkoreas und den Vereinigten Staaten hatte Nordkorea bereits mit harten Reaktionen gedroht – nun machten sie ihre Ankündigung wahr. Mehrere ballistische Raketen flogen aus dem Norden in das Ostmeer vor Südkoreas Küste. Japan spricht von einer „neuen Form der Bedrohung“.

Vom Raketenstartplatz Sohae soll Nordkorea vier ballistische Raketen abgefeuert haben.

Quelle: AP

Seoul. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs hat Nordkorea vier verbotene ballistische Raketen abgefeuert. Diese seien rund 1000 Kilometer weit geflogen und vor der Ostküste Südkoreas in das Japanischen Meer (Ostmeer) gestürzt. In einer Mitteilung erklärte der Generalstab Südkoreas am Montag, die Raketen seien in der Gegend um Tongchang-ri in Nordkorea gestartet worden. Dort befindet sich der Raketenstartplatz Sohae. Pjöngjang hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Raketentests durchgeführt.

Der Abschuss der Raketen zeige, dass Nordkorea „eine neue Form von Bedrohung“ geworden sei, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe. Drei der vier Raketen seien in der 200-Meilen-Zone vor der japanischen Küste in das Meer gestürzt, gaben japanische Behörden bekannt. In der Zone hat Tokio das Hoheitsrecht, um dort Ressourcen zu erforschen und abzubauen.

USA und Südkorea planen härtere Sanktionen

Nach einem gemeinsamen Militärmanöver der Vereinigten Staaten und Südkorea in der vergangenen Woche hatte Nordkorea bereits mit einer harten Reaktion gedroht. Seoul und Washington üben jährlich gemeinsame Manöver. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un drängt auf ein Nuklear- und Raketenarsenal, das die Feindseligkeiten der USA und Südkoreas abschrecken soll. In Südkorea sind rund 28 500 US-Soldaten stationiert, um den Norden von möglichen Aggressionen abzuschrecken.

Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Herbert Raymond McMaster, und der Regierungsvertreter Südkoreas, Kim Kwan Jin, verurteilten den Raketenabschuss in einem gemeinsamen Telefongespräch. Nach Angaben des südkoreanischen Präsidentenbüros verständigten sich beide auf eine engere Zusammenarbeit, um härtere Sanktionen gegen Nordkorea zu verhängen.

Harte Reaktion Pjöngjangs auf Manöver

Nordkorea sieht die Militärmanöver, die bis Ende April dauern, mit großer Skepsis. Experten sagen, die Manöver fordern das Land mit eigentlich verarmten militärischen Möglichkeiten dazu auf, selbst mit teuren Manövern zu antworten. Ein Sprecher der Nordkoreanischen Volksarmee hatte vergangene Woche angekündigt, Pjöngjangs Reaktion auf die Manöver des Südens werde hart sein.

Mitte Februar hatte Pjöngjang einen ballistischen Raketentest durchgeführt, der international verurteilt wurde. Der UN-Sicherheitsrat rief seine Mitglieder auf, die Sanktionen gegen Nordkorea wirksamer durchzusetzen. Von dem Startplatz Sohae wurden auch in der Vergangenheit Starts von verbotenen Langstreckenraketen durchgeführt.

Von RND/dpa

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