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Obama schickt mehr Soldaten nach Syrien

Hannover/Washington Obama schickt mehr Soldaten nach Syrien

Der US-Präsident verlangt von Europa und der Nato mehr Einsatz für Frieden in Syrien und dem Irak. Er selbst schickt bis zu 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien. Dort ist die Waffenruhe brüchig.

Hannover/Washington. US-Präsident Barack Obama hat Europa und die Nato aufgefordert, sich stärker in den von Bürgerkriegen erschütterten Staaten Syrien und Irak zu engagieren.

„Europa und die Nato können noch mehr tun“, sagte Obama am Montag in einer Rede in Hannover. In Syrien und im Irak müssten mehr Nationen zum Kampf, zu Ausbildung und Aufbau beitragen. Es brauche „mehr wirtschaftliche Hilfe für den Irak, damit der Extremismus bekämpft werden kann“.

In Syrien wächst die Sorge vor einem Scheitern der Waffenruhe. Bei Gefechten und Luftangriffen nahe der Hauptstadt Damaskus und in der Region um die Großstadt Aleppo starben am Wochenende mehr als 30 Menschen, darunter auch Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Feuerpause gilt seit Ende Februar.

Obama sagte: „Das Leiden des syrischen Volkes muss ein Ende haben.“ Er kündigte an, bis zu 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien zu schicken. Sie sollen örtliche Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen, hatte zuvor der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes mitgeteilt.

Die kleinen Teams seien sehr effektiv darin, moderate Rebellen zu unterstützen. „Natürlich sind Spezialkräfte immer Kampftruppen. Sie können in Kämpfe verwickelt werden, haben aber keinen Kampfauftrag“, sagte Rhodes. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington sagte, die USA hätten niemals erklärt, grundsätzlich keine Bodentruppen nach Syrien schicken zu wollen.

Der Kommandeur der US-Streitkräfte im Irak, Steve Warren, betonte, es bedürfe unbedingt lokaler Kräfte, um den Krieg am Boden zu gewinnen. „Der Sieg, der kommen wird, muss ein Sieg sein, der Bestand hat“, sagte er. Rolle der neuen US-Kräfte sei es, die syrischen Oppositionstruppen zu trainieren und sie zu unterstützen. Er kündigte an, die USA würden auch den Kampf gegen den Terror im Internet forcieren.

Der Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der Regimegegner, Salem al-Meslet, nannte die Entscheidung Obamas einen „guten Schritt“. „Allerdings wird Syrien nicht vom Terrorismus befreit sein, bis wir das Ende der Schreckensherrschaft von (Machthaber Baschar) al-Assads Regime erreicht haben.“

Obama sagte, die USA verfügten über mächtige Streitkräfte - die besten, die die Welt je gesehen habe. Die Probleme könne aber niemand alleine lösen. Die Terrormiliz Islamischer Staat nannte Obama die größte Bedrohung. Terroristen wollten Städte und Menschen in Europa und den USA treffen. Der Westen müsse seine Lebensweise verteidigen gegen Hass. Es müssten Lücken geschlossen werden, damit Terroranschläge wie in Brüssel und Paris nicht passierten.

dpa

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