Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Opposition: Koalition wollte Steuerbetrüger schützen

München/Berlin Opposition: Koalition wollte Steuerbetrüger schützen

Angesichts der Steueraffäre von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß wirft die Opposition der schwarz-gelben Koalition bewussten Schutz von Steuerhinterziehern vor.

Voriger Artikel
Opposition: Koalition wollte Steuerbetrüger schützen
Nächster Artikel
Bund und Länder: Steuerkassen klingeln

«Wir müssen einfach dafür sorgen, dass in unserem Land wieder alle Menschen gleich sind»: SPD-Chef Sigmar Gabriel. Foto: Hannibal/Archiv

München. „Es zeigt sich, worum es CDU/CSU beim Steuerabkommen mit der Schweiz ging, nämlich Steuerbetrüger sozusagen zu schützen“, sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel am Sonntagabend im ZDF. Deshalb sei es vernünftig gewesen, das Abkommen im Bundesrat zu verhindern. „Wir müssen einfach dafür sorgen, dass in unserem Land wieder alle Menschen gleich sind und nicht die einen brav die Steuern zahlen und sich die sehr wohlhabenden Menschen davor drücken.“

Die CSU-Landesgruppen-Vorsitzende im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, räumte im ARD-„Bericht aus Berlin“ ein, dass Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt sei. Aber: „Wenn den Sozialdemokraten nichts anderes einfällt in diesem Wahlkampf, als ein persönliches Vergehen zum Anlass zu nehmen, auf die CSU loszugehen, dann ist das ein Armutszeugnis.“

FDP-Bundestagsfraktionsvize Volker Wissing wies darauf hin, dass mit dem gescheiterten Abkomen alle deutschen Steuerhinterzieher in der Schweiz nachträglich besteuert worden wären. Jetzt erwische man nur einige wenige, sagte er im ZDF. Unionsfraktionsvize Michael Meister erklärte in der „Frankfurter Rundschau“ (Montag) mit Blick auf die Vorwürfe der Opposition zum Steuerabkommen: „Wer so argumentiert, der verlässt sich auf Einzelfälle, in denen Menschen die Reue packt oder wir zufälligerweise Informationen zugespielt bekommen. Das ist keine systematische Lösung.“

Hoeneß hatte seine Selbstanzeige zu seinem Schweizer Konto nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ mit dem Scheitern des Steuerabkommens begründet. Zunächst habe er die Angelegenheit über das Abkommen regeln wollen, das „dann bekanntlich Mitte Dezember 2012 nicht zustande gekommen“ sei, sagte der Fußball-Manager laut „Focus“. Bei einer rechtzeitigen Selbstanzeige sowie vollständiger Offenlegung und Nachzahlung der hinterzogenen Steuern plus Zinsen bleibt die Tat straffrei.

Das gescheiterte Steuerabkommen hatte vorgesehen, Schwarzgelder deutscher Anleger in der Schweiz zugunsten des deutschen Fiskus zehn Jahre rückwirkend mit einem Satz zwischen 21 und 41 Prozent zu versteuern. Die Steuerflüchtlinge wären dabei nicht nur straffrei, sondern auch anonym geblieben. SPD und Grüne hatten das Vorhaben mit der Begründung gekippt, dass damit Steuerbetrug im Nachhinein legalisiert würde.

Der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Montag): „Ich gehe davon, dass noch andere Prominente aus dem Sportbereich Schwarzgeldkonten haben und jetzt nachdenklich werden.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.
24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr