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Politik Oxfam: Frauen größte Opfer wirtschaftlicher Ungerechtigkeit
Nachrichten Politik Oxfam: Frauen größte Opfer wirtschaftlicher Ungerechtigkeit
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14:54 10.06.2018
Winnie Byanyima, Direktorin von Oxfam, hält eine Pressekonferenz zur Veröffentlichung des Berichts „Equal“. Quelle: Hugo Ortuno, Efe/epa
La Malbaie

Um Frauen in armen Ländern wirklich zu helfen, muss nach den Worte von Oxfam-Chefin Winnie Byanyima auch gegen die wachsende wirtschaftliche Ungerechtigkeit gekämpft werden.

„Frauen leiden besonders unter der Ungleichheit in der Welt“, sagte die Leiterin der Entwicklungsorganisation nach Abschluss des Gipfels der sieben großen Industrienationen (G7) im kanadischen La Malbaie am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

„Frauen sind die größten Verlierer von Steuervermeidung“, sagte Byanyima. Entwicklungsländer verlören jedes Jahr 100 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen, weil internationale Konzerne ihre Gewinne nicht in den Ländern versteuerten, wo sie operierten, sondern oft in Steueroasen oder Ländern mit Steueranreizen. „Von dem heutigen Steuersystem in der Welt profitieren nur reiche Leute und große Unternehmen“, sagte Byanyima.

Damit fehle Geld in ärmeren Ländern für Gesundheitsversorgung, Transport, Energiesysteme, Bildung und andere öffentliche Dienste, auf die Frauen angewiesen seien. Da die Länder deswegen auch noch ihre Verbrauchssteuern auf Waren erhöhten, zahlten Frauen doppelt den Preis. „Wir brauchen eine Reform des globalen Steuersystems.“

Die Oxfam-Chefin begrüßte die Beschlüsse auf dem G7-Gipfel zur Stärkung der Rolle der Frauen und zur Förderung des Bildungszugangs von Mädchen in Krisenregionen. Byanyima gehört auch dem neu geschaffenen Beratergremium für Geschlechtergleichheit an, das der gastgebende, kanadische Premier Justin Trudeau ins Leben gerufen hat.

Nach ihren Angaben will auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron diese Beratung der G7-Gruppe zu Frauenfragen unter seinem Vorsitz im nächsten Jahr fortsetzen. Byanyima forderte, das Gremium zu einer ständigen Einrichtung der G7 zu machen.

dpa

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