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Petry auf Abwegen

Porträt Petry auf Abwegen

Frauke Petry holte eines der drei Direktmandate der AfD und führte ihre Partei zur stärksten Kraft bei der Bundestagswahl in Sachsen.

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Frauke Petry hat die Konsequenz aus einem eskalierenden Führungsstreit gezogen.

Quelle: Michael Kappeler

Berlin/Görlitz. Frauke Petry holte eines der drei Direktmandate der AfD und führte ihre Partei zur stärksten Kraft bei der Bundestagswahl in Sachsen. Doch der neuen 94-köpfigen Fraktion im Reichstagsgebäude wird die AfD-Vorsitzende nicht angehören. Das kündigte die 42-Jährige in Berlin an.

Am Sonntag hatte Petry noch erklärt, es gehe im Bundestag darum, einen Regierungswechsel für 2021 vorzubereiten. Ihre Funktion in der künftigen Fraktion ließ sie offen. Ihr Schwerpunkt solle ein inhaltlicher sein, nicht die „bloße Präsentation“, sagte sie auf die Frage, ob sie sich mit dem Posten einer Bundestagsvizepräsidentin zufrieden geben würde.

Mit ihrem Schritt zog Petry die Konsequenz aus einem eskalierenden Führungsstreit mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland. Der Zoff wurde auch am Montagmorgen deutlich. Im ZDF-„Morgenmagazin“ kritisierte sie die Äußerung Gaulands vom Sonntagabend, man werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „jagen“.

Die promovierte Chemikerin kam 2013 ohne politische Erfahrungen zur Alternative für Deutschland. Sie wurde neben Bernd Lucke und Konrad Adam eine von drei Sprechern des Bundesvorstandes. Seit Herbst 2014 führt Petry die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag.

Als Lucke wegen des zunehmend nationalkonservativen Kurses der Partei im Juli nicht wiedergewählt wurde, wählte ein Parteitag Petry und Jörg Meuthen im Juli 2015 zu Parteichefs. In den vergangenen Monaten war Petry jedoch zunehmend isoliert. Auf die Spitzenkandidatur verzichtete sie.

Ärger hat Petry auch mit der Justiz. Der sächsische Landtag hob im Sommer ihre Immunität auf. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt seit gut einem Jahr gegen Petry. Hintergrund sind widersprüchliche Aussagen von ihr und AfD-Landesschatzmeister Carsten Hütter vor dem Wahlprüfungsausschuss des Landtages im Zusammenhang mit der Aufstellung der Kandidatenliste zur Landtagswahl 2014.

Petry hat aus ihrer Ehe mit einem evangelischen Pfarrer vier Kinder, inzwischen ist sie mit dem NRW-Landeschef Marcus Pretzell verheiratet. Im Sommer brachte sie ihr fünftes Kind zur Welt.

dpa

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