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Nachrichten Politik Pfarrer hat Zorneding nach Morddrohungen verlassen
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06:58 09.03.2016
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Zorneding

Der nach Morddrohungen zurückgetretene dunkelhäutige Pfarrer von Zorneding hat die Kirchengemeinde bereits verlassen. Olivier Ndjimbi-Tshiende habe um seine sofortige Beurlaubung gebeten, teilte ein Sprecher des Erzbischöflichen Ordinariats in München mit: „Er ist weg.“

Die bayerische Staatsregierung verurteilte die Morddrohungen scharf. Auch die 21 Bürgermeister des Landkreises Ebersberg, zu dem die 9000 Einwohner zählende Gemeinde Zorneding gehört, solidarisierten sich mit dem Priester.

Nach mehreren rassistisch motivierten anonymen Morddrohungen hatte der aus dem Kongo stammende katholische Geistliche am Sonntag der Pfarrgemeinde mitgeteilt, er werde den Dienst in Zorneding bei München quittieren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung gegen unbekannt.

Die Kirchenleitung rechnet nach eigenen Angaben nicht damit, dass eine Online-Petition den katholischen Priester umstimmen kann. Bis Dienstagnachmittag hatten mehr als 50 000 Menschen die von einer Bürgerin der Gemeinde initiierte Aufforderung „Unser Pfarrer soll in Zorneding bleiben“ unterschrieben. Zur Begründung heißt es: „Wenn wir den Weggang des Pfarrers nun stillschweigend akzeptieren, überlassen wir kriminellen Nationalsozialisten das Feld. Wir signalisieren, dass es in Deutschland wieder so weit ist, dass eine Gruppe, die Angst verbreitet, nicht mit Gegenwehr zu rechnen hat.“

Der Bistumssprecher nannte den Schritt des 66-Jährigen „eine persönliche Entscheidung“. Kardinal Reinhard Marx habe dies akzeptiert. Auch in der Pfarrei herrsche Verständnis für den Rücktritt des Priesters.

Das bayerische Kabinett verurteilte die Morddrohungen am Dienstag scharf. Morddrohungen und rassistische Briefe seien „etwas Abscheuliches und Fürchterliches“, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) nach der Ministerratssitzung in München. „Wir sind zutiefst betroffen, wie viel Hass und Menschenverachtung sogar bei uns hier in Altbayern möglich sind.“ Gegenüber derartigen Vorfällen gebe es „null Toleranz“.

dpa

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