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Porträt: Unerfahrener Rechtspopulist - AfD-Landeschef Poggenburg

Magdeburg Porträt: Unerfahrener Rechtspopulist - AfD-Landeschef Poggenburg

Die AfD zieht mit einem Rekordergebnis in den Magdeburger Landtag ein. Freudestrahlend an der Spitze steht André Poggenburg - ein Mann, der seit nicht mal drei Jahren Politik macht.

Magdeburg. Schon Wochen vor der Wahl hatte André Poggenburg voller Überzeugung gesagt: Der schönste Tag in seinem politischen Leben werde der 13. März. Der Sonntagabend bestätigt ihn.

Der Mann, der einen Tag vor der Landtagswahl 41 Jahre geworden ist, führt seine rechtspopulistische AfD an eben diesem 13. März aus dem Stand mit einem Rekordergebnis in das Parlament in Magdeburg. „Hier und jetzt wollen wir Opposition sein. Die AfD widerspricht gern“, sagt er am Wahlabend.

Poggenburgs politisches Engagement ist jung: Der Mann mit den stechend blauen Augen und dem blonden Seitenscheitel, der sich als heimatverbunden beschreibt, startete vor zweieinhalb Jahren mit dem Eintritt in die AfD in die Politik. Ein Jahr später wurde er Landeschef, scheiterte als Landratskandidat - zog aber in den Kreistag des Burgenlandkreises ein. Zudem schaffte er es, knapp in den AfD-Bundesvorstand gewählt zu werden. Sein Landesverband war monatelang zerstritten. Doch nach dem Rückzug von Parteigründer Bernd Lucke auf Bundesebene wurde es ruhiger - und Poggenburg Spitzenkandidat.

Politikwissenschaftler und Beobachter verorten den gebürtigen Weißenfelser und seine Landes-AfD rechtsaußen innerhalb der Partei. Der politische Newcomer ist ein enger Vertrauter des auch in der AfD umstrittenen Hardliners Björn Höcke. Der Thüringer Parteichef hat Poggenburg im Wahlkampf mehrfach unterstützt - und am Wahlabend bei der Party für Stimmung gesorgt. Beide steuern die parteiinterne rechte Plattform „Der Flügel“. Und Poggenburg fällt mit radikalen Forderungen wie einer „Obergrenze von Null“ in der Asyldebatte auf.

Frühere Wegbegleiter halten ihn persönlich jedoch nicht für einen extrem Rechten. „Ich glaube eher, dass er keine eigene politische Meinung hat, dass er unpolitisch ist“, sagt etwa der ehemalige Landesvorsitzende Arndt Klapproth. Er hat sich von der Partei abgewendet - nach den innerparteilichen Querelen der Poggenburg-AfD.

Auch in der Kommunalpolitik fiel der AfD-Mann bisher kaum auf, sagen Vertreter, die mit ihm im Kreistag sitzen. Er sei zwar anwesend, aber kaum wahrnehmbar. Vor dem Wahlkampf war Poggenburg Unternehmer. Nach eigenen Angaben ist er unverheiratet und kinderlos, ansonsten gibt er wenig über sein Privatleben preis.

Der gelernte Kaufmann hatte einen Autokühlerfachbetrieb. Seit 2008 lebt er auf einem Gutshof. Den hätte er ausgebaut, wenn es mit der Politik nicht geklappt hätte, sagt er. Was mancher bezweifelt. Denn der 41-Jährige musste vor der Wahl zugeben: Wegen unbezahlter Rechnungen und Beiträge gab es mehrere Haftandrohungen gegen ihn.

dpa

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