Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Rechter Aufmarsch in Chemnitz: Entsetzen und Überforderung
Nachrichten Politik Rechter Aufmarsch in Chemnitz: Entsetzen und Überforderung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:20 27.08.2018
Die Polizei in Chemnitz hat am Sonntag das Stadtfest beendet. Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Chemnitz

Die Vorkommnisse in Chemnitz haben über die Stadtgrenzen hinaus für Entsetzen gesorgt. Nach einem tödlichen Streit sind in der sächsischen Stadt am Sonntag Hunderte Hooligans und gewaltbereite Rechte auf die Straßen gezogen. Medien berichten von gezielten Angriffen auf Migranten im Zuge der Demonstration. Die Polizei sprach von 800 Teilnehmern, von denen einige unter anderem gezielt mit Flaschen warfen.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet sollen unter den Demonstranten „gewaltbereite Rechte“ gewesen sein, die ausländerfeindliche Sprüche und „Wir sind das Volk“ skandierten. Die Stadt beendete aus Sicherheitsbedenken vorzeitig ihr Stadtfest. Mehrere Videos in sozialen Medien zeigten die Ausschreitungen und Übergriffe auf Migranten.

Anlass der außer Kontrolle geratenen Aufmärsche war der Tod eines 35-jährigen Deutschen nach einem verhängnisvollen Streit zwischen Menschen mehrerer Nationalitäten nach dem Stadtfest in der Nacht zum Sonntag. Zwei weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Hintergründe der Auseinandersetzung sind noch nicht geklärt. Die Polizei nahm zwei 22 und 23 Jahre alte Männer vorläufig fest. Zu deren Nationalität hat die Polizei bisher keine Aussage gemacht. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Totschlags.

Entsetzen bei Oberbürgermeisterin

Nicht nur die Videos lassen vermuten, dass die Polizei die Lage am Sonntag offenbar unterschätzt hatte. Die Beamten waren am Sonntag zunächst mit zwei Einsatzzügen vor Ort. „Das war in der Situation nicht ausreichend“, sagte eine Polizeisprecherin dem „Spiegel“ und sprach von einem „deutlichen Missverhältnis“. Weitere Einsatzkräfte kamen erst später aus Dresden und Leipzig.

Am Karl-Marx-Platz auf dem Stadtfest hatten sich rund 800 Menschen versammelt. „Die Personengruppe reagierte nicht auf die Ansprache durch die Polizei und zeigte keine Kooperationsbereitschaft“, teilten die Beamten mit. Die Gruppierung habe sich plötzlich in Bewegung gesetzt. Erst am Abend hatten sich die Ansammlungen nach und nach aufgelöst. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

„Wenn ich sehe, was sich in den Stunden am Sonntag hier entwickelt hat, dann bin ich entsetzt“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) dem MDR. „Dass es möglich ist, dass sich Gruppen verabreden und eine Stadt in Angst zu versetzen, das ist schon schlimm“, sagte sie auf einer Pressekonferenz am Abend.

Rechte Protestaufrufe auf Facebook

Laut der Polizei hatte es am Sonntag mehrere Aufrufe im Internet gegeben, sich in der Innenstadt einzufinden. Um 15 Uhr versammelten sich rund 100 Menschen nach einem Aufruf der Alternative für Deutschland (AfD). Zu einer weiteren Veranstaltung um 16.30 Uhr hatte die rechte Ultra-Fußballvereinigung Kaotic Chemnitz aufgerufen, teilte die Polizei bei einer Pressekonferenz mit. „Lasst uns zusammen zeigen, wer in der Stadt das Sagen hat“, heiß es auf der Veranstaltungsseite auf Facebook.

Die Behörden entschieden, das Fest aus Sicherheitsgründen zu beenden. Um Fluchtbewegungen zu verhindern, hatten die Veranstalter Pietätsgründe nach dem Tod des 35-Jährigen für den Abbruch des Fests angegeben. „Diese Entscheidung war richtig“, sagte Oberbürgermeisterin Ludwig.

Von RND/dpa/mkr

Auch zum Tod des angesehenen Republikaners John McCain kann US-Präsident Donald Trump nicht über die Rivalität hinwegsehen. Wie nun bekannt wurde, verweigerte Trump seinem verstorbenen Konkurrenten die offizielle Würdigung aus dem Weißen Haus.

27.08.2018
Politik Zwei Monate vor Landtagswahl - CSU verliert in Umfrage weiter an Zustimmung

Die CSU sackt gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Bayern in der Wählergunst weiter ab.

27.08.2018

Die Gefahren durch nicht mehr von Menschenhand gesteuerte Waffen stehen im Mittelpunkt einer neuen UN-Verhandlungsrunde in Genf. Zahlreiche Staaten wollen so genannte Killerroboter verbieten.

27.08.2018