Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Russischer UN-Botschafter Tschurkin überraschend gestorben
Nachrichten Politik Russischer UN-Botschafter Tschurkin überraschend gestorben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:02 20.02.2017
Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin, hier im Juni 2014, ist tot. Quelle: Andrew Gombert
Anzeige
Moskau

Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin ist überraschend gestorben. Der Top-Diplomat und frühere Vizeaußenminister sei am Montag bei der Arbeit in New York gestorben, teilte das russische Außenministerium in Moskau mit.

US-Berichten zufolge hatte Tschurkin in seinem Büro in Manhattan plötzlich Herzprobleme. Eine Bestätigung der Behörden zur Todesursache lag zunächst nicht vor.

Präsident Wladimir Putin habe die Nachricht mit großer Trauer aufgenommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Putin habe das diplomatische Talent Tschurkins sehr geschätzt, sagte Peskow der Agentur Interfax.

Seit 2006 war Tschurkin Gesicht und Stimme Russlands bei den Vereinten Nationen. Auf dem diplomatischen Parkett war er als harter Verhandlungspartner und schlagfertiger Redner bekannt, der etwa Russlands im Westen kritisierte Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 mit scharfen Worten verteidigte.

Im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere hatte Tschurkin zahlreiche strategische Posten im Ministerium in Moskau inne. Von 1992 bis 1994 war er stellvertretender Außenminister, anschließend diente er vier Jahre als Botschafter bei der Nato und in Belgien.

„Er war ein großer Diplomat, eine außergewöhnliche Persönlichkeit“, schrieb Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bei Facebook. „Wir haben einen lieben Menschen verloren.“ Vizeaußenminister Sergej Rjabkow meinte, es werde schwer Tschurkin zu ersetzen. Auch die russische Botschaft in den USA sprach von einem großen Verlust. Der Verteidigungspolitiker Viktor Oserow sagte, er hoffe, Tschurkin werde ein Vorbild für jüngere Diplomaten sein.

Tschurkin wäre an diesem Dienstag 65 Jahre alt geworden. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

dpa

Mehr zum Thema

Klartext zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz: Die deutsche Verteidigungsministerin liest der US-Regierung die Leviten. Wer mehr von Europa wolle, müsse einen anderen Ton anschlagen.

17.02.2017

Das Münchner Sicherheitskonferenz gilt als eines der weltweit wichtigsten Treffen zur Sicherheitspolitik. Selten kommen so viele Mächtige auf einem Fleck zusammen. Ein „Who is who“ der Weltpolitik.

17.02.2017

„Wir werden zu Europa stehen, heute und jeden Tag.“ Diese Botschaft lässt Donald Trump seinen Stellvertreter in München verkünden. Erst einmal sind das nur Worte. Werden auch Taten folgen?

18.02.2017
Politik Festgenommener Türkei-Korrespondent - Deniz Yücel bleibt in Polizeigewahrsam

Der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel bleibt weiterhin in Polizeigewahrsam in Istanbul. Die türkische Staatsanwaltschaft hatte eine Verlängerung um weitere sieben Tage verfügt.

20.02.2017

Trumps Wahl zum US-Präsidenten brachte das Fass für einige Kalifornier zum Überlaufen. Die sammeln jetzt mit der Kampagne „Yes California“ Unterschriften. Damit soll eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Staats in die Wege geleitet werden. Experten warnen vor unabsehbaren Folgen.

20.02.2017

Donald Trumps unvorsichtige Äußerungen über Schweden haben Empörung und Belustigung ausgelöst. Die Schweden wollen nicht als schlechtes Beispiel für Zuwanderung herhalten. Sie antworten mit Humor - und Fakten.

25.02.2017
Anzeige