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Politik „Schockierenden Zahlen“ – Studie offenbart große Unwissenheit über Holocaust
Nachrichten Politik „Schockierenden Zahlen“ – Studie offenbart große Unwissenheit über Holocaust
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16:37 28.11.2018
Ein alter Güterwaggon aus Deutschland, in dem jüdische Bürger in Konzentrationslager verbracht wurden, steht im Nebel in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem (Israel). Quelle: Abir Sultan/EPA/dpa
Berlin

Viele junge Deutsche wissen laut einer Umfrage kaum etwas über den Holocaust. Von den 18- bis 34-Jährigen schätzen rund 40 Prozent, dass sie „wenig“ oder „gar nichts“ darüber wissen. Das geht aus einer Studie des Fernsehsenders CNN hervor. Ein Drittel der befragten Europäer insgesamt (33 Prozent) schätzte seinen Kenntnisstand entsprechend ein. Etwa jeder 20. Europäer hat noch nie etwas über die systematische Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten gehört.

Das Internationale Auschwitz-Komitee reagierte besorgt auf die Ergebnisse einer europaweiten Antisemitismus-Studie. „Die europäischen Gesellschaften sollten das Alarmsignal, das die Umfrage aussendet, sehr ernst nehmen“, sagte Christoph Heubner, der Vizepräsident. „Offensichtlich erodiert das Wissen über den Holocaust in dem Moment, in dem in vielen dieser Gesellschaften antisemitischer Hass und rechtsextreme Wutgesänge vermehrt aufflammen.“

Bundesaußenminister Heiko Maas sprach auf Twitter von „schockierenden Zahlen“. „Wir müssen uns an das größte Verbrechen gegen die Menschheit erinnern, wenn wir den Faschismus in Zukunft verhindern wollen“, schrieb er auf Twitter.

Die Befragten der Studie zu Antisemitismus in Europa äußerten sich nach Angaben von CNN gemischt über Israel. Eine Mehrheit von 54 Prozent ist demnach der Ansicht, dass Israel das Recht hat, als jüdischer Staat zu existieren. Ein Drittel glaube, Kritik an Israel sei meist durch Antisemitismus motiviert. Ein Drittel sagte jedoch auch, Israel nutze den Holocaust als Rechtfertigung für seine Handlungen. Die Studie hat das Marktforschungsinstituts ComRes durchgeführt.

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Viele der Befragten sind nach eigenen Angaben der Ansicht, dass Antisemitismus im eigenen Land ein wachsendes Problem sei. 40 Prozent der Befragten sagten, dass Juden in ihren Ländern von rassistischer Gewalt bedroht seien.

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Alte Vorurteile sind offenbar weiterhin sehr präsent. Mehr als ein Viertel der befragten Europäer sei der Meinung, Juden hätten zu viel Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzwelt, teilte CNN mit.

Ergebnisse decken sich mit denen anderer Studien

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, bezeichnete die Ergebnisse als „erschreckend“, allerdings nicht überraschend. Sie deckten sich mit den Ergebnissen anderer Studien. „Ich halte es für die Bekämpfung von Antisemitismus für elementar, das Gedenken an die Shoah wach zu halten und eine lebendige Erinnerungskultur zu fördern.“

Die Holocaust-Gedenkstätte „Yad Vashem“ in Jerusalem zeigte sich besorgt angesichts der offenbar weit verbreiteten Unwissenheit über den Holocaust. Die Studie mache zudem deutlich, dass „viele tief verwurzelte, hasserfüllte antisemitische Ausdrücke in der europäischen Bevölkerung 75 Jahre nach dem Holocaust weiterbestehen“.

Von RND/dpa/ngo

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