Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Schrauben locker beim „Tornado“ - Fast jeder zweite am Boden
Nachrichten Politik Schrauben locker beim „Tornado“ - Fast jeder zweite am Boden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:36 08.10.2016
Anzeige
Berlin

Fast jeder zweite „Tornado“-Kampfjet der Bundeswehr muss wegen lockerer Schrauben im Cockpit vorläufig am Boden bleiben. Betroffen sind 39 Maschinen der modernsten Version, darunter auch die sechs, die in Incirlik als Aufklärungsflugzeuge für den Kampf gegen den IS stationiert sind.

Die Panne beeinträchtigt damit auch die Luftangriffe der internationalen Koalition gegen den IS in Syrien und im Irak. Insgesamt hat die Bundeswehr 85 „Tornados“.

Wie schnell das Problem gelöst werden kann, sei unklar, sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur. Das Verteidigungsministerium rechnet nicht mit vielen Wochen oder Monaten, wie ein Sprecher sagte. Der Hersteller habe den Fehler gefunden und wolle einen Lösungsvorschlag entwickeln. Nach bisheriger Erwartung könne dann eine Reparatur vor Ort vorgenommen werden. Es handele sich dabei um ein mechanisches Problem, keine komplexen Schwierigkeiten in der Elektronik oder einer Software.

Das Problem bei der modernsten „Tornado“-Version ASST A3 war am Mittwoch entdeckt worden. Nach dpa-Informationen handelt es sich um lockere Schrauben an einem Bildschirm im Cockpit. Die Luftwaffe setzte den Flugbetrieb aus, „um jedwede Gefährdung für Personen und Material auszuschließen“.

Für den Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak kann die Bundeswehr bis auf weiteres keine Aufklärungsbilder mehr liefern. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Angriffe nicht mehr stattfinden können. Die Aufklärungsflüge der „Tornados“ würden im Moment von anderen Nationen übernommen, sagte der Ministeriumssprecher. Die Bundeswehr ist vorerst nur noch mit einem Tankflugzeug an dem Einsatz beteiligt.

Der „Tornado“ ist der ältere Typ der beiden Kampfflugzeuge der Bundeswehr. Zwischen 1981 und 1992 hatten Luftwaffe und Marine 357 Exemplare erhalten. Inzwischen ist der Bestand - auch wegen der Beschaffung der moderneren „Eurofighter“-Jets - deutlich verkleinert worden.

Bereits Anfang des Jahres hatte es Probleme bei dem „Tornado“-Einsatz in Incirlik gegeben: Damals blendete die Cockpitbeleuchtung der sechs Aufklärungsflugzeuge so stark, dass ein Einsatz nur tagsüber möglich war. Das Problem war durch ein Software-Update entstanden.

dpa

Mehr zum Thema

Auf knapp 4000 Meter kann man in den Alpen mit einer Seilbahn fahren - am Klein Matterhorn in der Schweiz. Das ist nicht die einzige Bergstation in luftiger Höhe, die es bei den Eidgenossen gibt. Und auch in Frankreich, Italien und Österreich kommt man hoch hinaus.

06.10.2016

Die Tornado-Jets der Bundeswehr in der modernsten Version müssen wegen eines technischen Defekts vorerst am Boden bleiben.

06.10.2016

Der Tornado-Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrormiliz IS ist wegen eines technischen Defekts an den Aufklärungsflugzeugen vorerst ausgesetzt.

07.10.2016

Ist es richtig, dem kolumbianischen Präsidenten Santos den Friedensnobelpreis zu verleihen? Es gibt Kritik an der Wahl des Nobelpreiskomitees. Der Grünen-Politiker Tom Koenigs verteidigt dagegen die Entscheidung.

07.10.2016

Meilenstein oder „ganz kleine Brötchen“? Nach langem Streit haben sich Union und SPD auf mehr Lohngleichheit verständigt. Es ist ein Kompromiss, bei dem alle Seiten Federn lassen mussten.

08.10.2016

Ein tiefer Riss geht durch die Gesellschaft Kolumbiens. Nicht einmal die Aussicht auf einen Friedensvertrag konnte sie bisher versöhnen. Dennoch geht der Friedensnobelpreis an Kolumbiens Präsidenten Santos. Eine überraschende, womöglich sogar zu frühe Entscheidung, von der aber ein starkes Signal ausgeht. Ein Kommentar.

07.10.2016
Anzeige