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Schwedens Königspaar auf den Spuren Luthers

Wittenberg/Leipzig Schwedens Königspaar auf den Spuren Luthers

In Wittenberg geben sich derzeit die Royals die Klinke in die Hand. Nach Dänemarks Königin Margrethe II. machen sich nur eine Woche später Schwedens Monarchen auf den Weg in die Lutherstadt. Es ist der letzte Tag ihrer Deutschlandreise.

Wittenberg/Leipzig. Schwedens König Carl XVI. Gustaf (70) und Königin Silvia (72) haben zum Abschluss ihres viertägigen Deutschlandbesuchs die Lutherstadt Wittenberg besucht.

Während der zweistündigen Visite mit straffem Programm begrüßten Hunderte Schaulustige das Paar am Samstag mit viel Beifall. Die königlichen Hoheiten reisten später nach Leipzig weiter.

Vor der berühmten Thesentür an der Wittenberger Schlosskirche standen Schüler mit blau-gelben Fähnchen Spalier. Königin Silvia und ihr Mann zeigten sich stark an der Geschichte der Reformation und der Friedlichen Revolution von 1989 interessiert - Silvia im bordeauxfarbenem Kostüm mit farblich abgestimmten Schuhen und kleiner Handtasche gekleidet, Carl XVI. Gustav im eleganten dunklen Anzug.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte in Begleitung seiner Frau Gabriele die Ereignisse aus der Wittenberger Geschichte und die Verbindung zur Heimat der Royals. „Schweden war und ist ganz, ganz wichtig für Europa“, betonte er. Erst vor einer Woche war das Gotteshaus mit dem markanten Turm nach mehrjähriger Sanierung wiedereröffnet worden; sie kostete rund acht Millionen Euro. Zu diesem Anlass waren Bundespräsident Joachim Gauck und die dänische Königin Margrethe II. nach Wittenberg gekommen.

In Luthers Heimat Wittenberg soll bis 2017 ein Luthergarten mit 500 Bäumen entstehen, die von Kirchen unterschiedlicher Konfession weltweit gepflanzt werden, wie Pastor Hans W. Kasch erläuterte.

Wie schon Dänemarks Margrethe II. ließ es sich auch der Schwedenkönig nicht nehmen, dort einen Baum zu pflanzen. Für die Königliche Hofgemeinde Stockholm steht nun ein Trompetenbaum als 341. Baum des Luthergartens direkt neben der Blumenesche der dänischen Volkskirche. „Ich habe ihm versprochen, dass der Baum nie vertrocknen wird, wir ihn immer gießen“, sagte Haseloff, der in Wittenberg wohnt.

Bei ihrem anschließenden Besuch in Leipzig trennte sich das Paar vorübergehend. Während der König dem Max-Planck-Institut für Anthropologie einen Besuch abstattete, nahm Silvia an einer Tagung der von ihr gegründeten Childhood-Stiftung teil. Dabei wurde bekannt, dass an der Universitätsklinik im kommenden Jahr mit Unterstützung der Stiftung ein Kompetenzzentrum zur umfassenden Betreuung missbrauchter Kinder entstehen soll.

Carl Gustaf und Silvia hatten ihren Deutschlandbesuch am Mittwoch in Berlin begonnen, wo sie von Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt empfangen wurden. Dann reisten sie unter anderem nach Hamburg und besichtigten dort die noch nicht eröffnete Elbphilharmonie.

dpa

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