Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Showdown in Niedersachsen: Wahlkampf bis zum letzten Tag
Nachrichten Politik Showdown in Niedersachsen: Wahlkampf bis zum letzten Tag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:24 14.10.2017
Endspurt: Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Stephan Weil (l.) und der SPD-Vorsitzende Martin Schulz kämpfen in Hildesheim um jede Stimme. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover/Hildesheim

Mit Spannung blickt die Republik an diesem Sonntag auf das enge Rennen bei der Landtagswahl in Niedersachsen. Die regierende SPD und die oppositionelle CDU lagen in den letzten Umfragen Kopf an Kopf.

Noch heute setzten sie ihr Ringen um die Gunst der Wähler auf den Straßen vieler niedersächsischer Städte fort. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) absolvierte in Hildesheim seinen letzten Wahlkampfauftritt. Unterstützung bekam er vom SPD-Vorsitzenden Martin Schulz, der zuvor schon in Lehrte aufgetreten war. „Die Sozialdemokratie duckt sich nicht, man kriegt uns nicht klein“, sagte Schulz mit Blick auf die Wahlniederlage der SPD bei der Bundestagswahl. Weil sei ein „grandioser“ Ministerpräsident.

Auch bei der Union ging der Wahlkampf am Samstag zu Ende. Spitzenkandidat Bernd Althusmann bekam Unterstützung vom ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und jetzigen Europa-Abgeordneten David McAllister. Gemeinsam stärkten die beiden am Vormittag an elf CDU-Ständen in Althusmanns Wahlkreis Seevetal ihren Wahlkämpfern den Rücken. Am Tag zuvor war Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Abschlusskundgebung der CDU in Osnabrück aufgetreten. Beide bekräftigten erneut ihre Warnungen vor einem rot-rot-grünen Regierungsbündnis im Landtag, sollte die Linke ins Parlament einziehen.

Der jüngsten Umfrage zufolge kommt die Linke auf genau 5 Prozent und kann somit hoffen. Ministerpräsident Weil setzt darauf, dass sie an der 5-Prozent-Hürde scheitert, schließt ein Zusammengehen aber nicht aus.

Die SPD lag im ZDF-„Politbarometer“ vom Donnerstag mit 34,5 Punkten knapp vor der CDU mit 33 Prozent. „Anfang August, da war der Unterschied 12 Prozent zwischen CDU und SPD, und jetzt liegt die SPD knapp, aber vorne“, sagte Weil in Hildesheim.

Die Grünen und die FDP konkurrieren mit zuletzt jeweils 9 Prozent um den dritten Platz. Auch für sie ging es im Straßenwahlkampf am Samstag darum, noch einmal kräftig um Wählerstimmen zu werben. Im Wahlkampf waren sie unter der Woche von den Parteivorsitzenden Cem Özdemir und Simone Peter unterstützt worden.

Die AfD erreichte in der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen 7 Prozent. Rund ein Drittel der Befragten hatten sich demnach noch nicht endgültig entschieden, wem sie ihre Stimme geben werden.

Unabhängig davon, wer am Sonntag stärkste Kraft wird, dürften sich die Koalitionsverhandlungen ähnlich wie auf Bundesebene als schwierig erweisen. Nach den Umfragen reicht es weder für eine Fortsetzung des rot-grünen Regierungsbündnisses noch für Schwarz-Gelb. Rechnerisch möglich scheinen demnach eine große Koalition von SPD und CDU, ein Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP sowie eine Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und FDP. Eine „Ampel“ hat allerdings FDP-Landeschef Stefan Birkner vehement ausgeschlossen; ein Jamaika-Bündnis gilt wegen des gespannten Verhältnisses zwischen Landes-CDU und Grünen als schwierig. Im Bereich des rechnerisch Möglichen liegt auch ein rot-rot-grünes Bündnis.

dpa

Mehr zum Thema

In Niedersachsen zeichnet sich bei der Landtagswahl am Sonntag ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU und SPD ab. Am Freitag kamen SPD-Parteichef Schulz und Kanzlerin Merkel zu den letzten Kundgebungen der Parteien. „Es wird ein knappes Rennen“, sagte Merkel.

13.10.2017

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen kämpfen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und sein Herausforderer Bernd Althusmann (CDU) um jede Stimme. Laut Umfragen hat die SPD knapp die Nase vorn. Für den Sieger wird das Schmieden einer Koalition eine schwierige Aufgabe.

13.10.2017

Niedersachsens CDU setzt bei der Landtagswahl auf Bernd Althusmann. Bundeswehroffizier, Kultusminister, Leiter eines Stiftungsbüros in Namibia: Der 50-Jährige hat öfter den Neuanfang gesucht. Kurz vor der Landtagswahl ist sein früherer Vorsprung geschmolzen.

13.10.2017

Ökonom, Autor, Mitglied im britischen Oberhaus und ein begeisterter Liebhaber der deutschen Kultur: Gerade ist Lord Stephen Greens (68) Buch „Dear Germany. Liebeserklärung an ein Land mit Vergangenheit“ auf Deutsch erschienen. Unsere Korrespondentin Katrin Pribyl hat mit ihm gesprochen.

14.10.2017

Viele prominente Mitglieder kehren der AfD den Rücken - und kritisieren ihren rechten Kurs. Spitzenmann Gauland sieht für eine weitere Partei allerdings keine Marktlücke. Und wie geht es mit Rechtsaußen Höcke weiter?

14.10.2017

Seit dem Putschversuch im vergangenen Jahr in der Türkei haben mehr als 600 ranghohe Staatsbeamte Asyl in Deutschland beantragt. Der Deutsche Richterbund befürchtet angesichts der Entlassungs- und Verhaftungswelle bei türkischen Staatsbediensteten das Ende einer unabhängigen Justiz in dem Land.

14.10.2017