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Sieg für die Geschichtsbücher: Hillary Clinton vor dem Ziel

Washington Sieg für die Geschichtsbücher: Hillary Clinton vor dem Ziel

Clinton und Trump sind endgültig auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur. Die Demokratin feiert zum Vorwahlfinale wichtige Siege. Und Trump wirbt um die Republikaner - muss er auch.

Washington. Erstmals könnte eine Frau US-Präsidentin werden: Hillary Clinton führt die US-Demokraten in den Wahlkampf um das Weiße Haus. Die frühere Außenministerin gewann in der Nacht zum Mittwoch den größten Bundesstaat Kalifornien.

Sie siegte auch in New Jersey, New Mexico und South Dakota. Ihr innerparteilicher Rivale Bernie Sanders entschied die Abstimmungen in Montana und North Dakota für sich und gab noch nicht auf.

Bei den Republikanern war der New Yorker Milliardär Donald Trump in den fünf letzten Vorwahlen seiner Partei einziger verbliebener Kandidat. Der umstrittene politische Quereinsteiger überschritt am Dienstag endgültig die Nominierungsschwelle von 1237 Delegierten.

Clinton vereint zum Ende fast aller Vorwahlen eine Mehrheit der demokratischen Delegierten auf sich. Sie braucht für die Nominierung auf dem Parteitag im Juli zusätzlich die Stimmen von etwa 200 unabhängigen Delegierten. Ihr haben bereits 571 dieser „Super-Delegierten“ ihre Zustimmung zugesichert.

Sanders sagte, er wolle seinen Kampf bis zum Parteitag weiterführen. Es sei eine Bewegung in Gang gesetzt worden, sagte der Parteilinke und Senator von Vermont. Er wolle auch für einen Sieg bei der allerletzten Vorwahl in der Hauptstadt Washington DC kämpfen.

Sanders waren am Dienstag bis zu vier Siege zugetraut worden. Besonders schmerzen dürfte ihn das Ergebnis in Kalifornien, wo er massive Ressourcen in den Wahlkampf gesteckt hatte.

Am Donnerstag trifft Sanders US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus. Dem Vernehmen nach kommt das Treffen auf Sanders' Betreiben zustande.

Die frühere First Lady Clinton erklärte sich in New York zur Siegerin. Strahlend und in Weiß gewandet rief sie: „Es ist das erste Mal in der Geschichte unseres Landes, dass eine Frau die Kandidatin einer großen Partei sein wird. Wir haben einen Meilenstein erreicht.“

US-Präsident Barack Obama gratulierte Clinton zu ihrem Sieg und ihrem „historischen Wahlkampf“. Er dankte aber auch Sanders für eine Kampagne, die Millionen Amerikaner elektrisiert habe.

Aufseiten der Republikaner rief Trump die Partei eindringlich zur Geschlossenheit auf. „Sie geben mir die Ehre, die Partei zu führen“, sagte er bei New York. „Wir schließen nun ein Kapitel der Geschichte und beginnen ein anderes.“

Der Immobilienunternehmer suchte sich betont staatsmännisch, integrativ und positiv zu geben. „Ich werde Euch stolz auf Eure Partei und die Bewegung machen“, sagte Trump. Er danke jedem Wähler. „Und denen, die jemand anders gewählt haben, sage ich: Ich werde mich sehr, sehr anstrengen, um Eure Unterstützung zu gewinnen.“

Trump bekommt indes weiter massiven Gegenwind aus dem Establishment der Partei. Prominente Vertreter äußerten sich zuletzt entsetzt über seine Einmischung in einen Prozess gegen ihn und seine Äußerung über den Richter, die sie als völlig unangemessen und sogar rassistisch bezeichneten.

Trump sagte: „Ich bevorzuge immer den Frieden. (...) Ich beziehe immer alle Parteien ein, und ich werde immer alle miteinbeziehen.“

Welche Bedeutung die Siegesrede für Trump hatte, zeigt auch, dass er sie von Telepromptern ablas, deren Nutzung durch andere er bis vor wenigen Tagen konsequent lächerlich gemacht hat.

Scharf griff Trump Clinton an. „Die Clintons haben die Kunst der Bereicherung in eine eigene Kunstform verwandelt“, sagte er und bezog damit auch Clintons Mann, den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, mit ein. „Das letzte, was wir brauchen, ist Clinton im Weißen Haus oder eine Fortsetzung des Obama-Desasters“, sagte Trump.

„Es geht nicht um Republikaner oder Demokraten“, sagte Trump. „Es geht nicht um Spezialinteressen. Es geht um das amerikanische Volk.“ Er wolle sich um die Afroamerikaner kümmern, denen so lange Unrecht zugefügt worden sei, und um die maroden und verkommenen Innenstädte.

Direkt wandte sich Trump an die Sanders-Anhänger: „Wir heißen Euch mit offenen Armen willkommen!“

Clinton warf in ihrer Siegesrede in New York Trump vor, die Amerikaner gegeneinander aufbringen zu wollen. „Trump ist charakterlich nicht geeignet, Präsident zu sein“, sagte sie. „Er will gewinnen, indem er Angst schürt und Salz in Wunden reibt und uns täglich daran erinnert, wie toll er ist.“

Clinton gewann in allen Vorwahlen zehn der elf nach Delegierten wichtigsten Bundesstaaten. Der Blog „five thirty eight“ schrieb: „In anderen Worten hat sie dort gewonnen, wo die Wähler sind. Und deswegen ist sie die voraussichtliche Kandidatin.““

dpa

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