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So viele Arme wie noch nie in Deutschland

Berlin So viele Arme wie noch nie in Deutschland

Die Armut in Deutschland steigt sprunghaft an und Rentner sind immer stärker davon betroffen.

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Ulrich Schneider, Wohlfahrtsverband

Berlin. Die Armut in Deutschland steigt sprunghaft an und Rentner sind immer stärker davon betroffen. Das sind zentrale Ergebnisse des Armutsberichts des Paritätischen Gesamtverbands, der gestern in Berlin vorgestellt wurde. „Noch nie war die Armut in Deutschland so hoch und noch nie war die regionale Zerrissenheit so tief wie heute“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, Ulrich Schneider.

Die Anzahl der von Armut betroffenen Menschen hierzulande stieg von 12,1 Millionen Menschen im Jahr 2012 auf 12,5 Millionen im Jahr 2013. Die Armutsquote ist von 15 auf 15,5 Prozent gestiegen.

Am stärkten betroffen sind dem Armutsbericht zufolge die Bundesländer Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, am wenigsten Baden-Württemberg und Bayern. In Schleswig-Holstein nahm die Quote von 13,8 auf 14 Prozent zu. Besorgt äußerte sich Schneider darüber, dass „die Kluft zwischen reichen und armen Ländern in Deutschland immer größer wird“. Insgesamt verschlechterte sich die Lage in 13 der 16 Bundesländer, nur in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen blieb die Armutsquote stabil oder ging leicht zurück. Einen besonders starken Anstieg gab es neben den bereits genannten Schlusslichtern der Armutsstatistik auch in Hamburg und Teilen Nordrhein-Westfalens.

Unter den gesellschaftlichen Gruppen sieht der Paritätische das größte Risiko bei Alleinerziehenden, die dem Bericht zufolge zu 43 Prozent von Armut betroffen sind. Als weitere Risikogruppen nannte Schneider Erwerbslose und Menschen ohne oder mit niedrigem Bildungsabschluss. Besonders kritisch ist auch die Entwicklung bei den Rentnern. Als Gegenmittel verlangte der Paritätische eine Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes von 399 auf 485 Euro, Mindestsätze auch beim Arbeitslosengeld I sowie Beschäftigungsprogramme für Langzeitarbeitslose.

Als arm werden Menschen bezeichnet, deren Einkünfte weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens betragen. Diese EU-Formel gibt die relative Armut an. 2013 lag die so errechnete Armutsschwelle für einen Singlehaushalt in Deutschland bei 892 Euro im Monat; für zwei Erwachsene mit zwei Kindern bei 1873 Euro.

 



OZ

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Von Dieter Wonka

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