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10:22 26.03.2017
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, M) und SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger (SPD, r) und Oskar Lafontaine, der Spitzenkandidat der Linken. Quelle: Oliver Dietze
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Saarbrücken

Im saarländischen Landtag sind bisher CDU, SPD, Linke, Grüne und Piraten vertreten. Nach den Meinungsumfragen wird die AfD am kommenden Sonntag dazukommen. Die Piraten dagegen müssen wohl gehen. Für Grüne und FDP wird es knapp. Die Spitzenkandidaten:

ANNEGRET KRAMP-KARRENBAUER (CDU) - heimatverbunden mit Weitblick

Die CDU-Chefin (54) ist seit 2011 die erste Ministerpräsidentin des Saarlandes. Sie ist beliebt und zielstrebig - und will die große Koalition mit der SPD als Juniorpartner fortsetzen. Eine von Vorgänger Peter Müller (CDU) übernommene schwarz-gelb-grüne „Jamaika-Koalition“ hatte die Mutter dreier Kinder Anfang 2012 beendet und Neuwahlen ausgerufen. Kramp-Karrenbauer hat Politik und Jura studiert, sitzt seit 1999 im Landtag. Sie liebt klare Ansagen, ihre Heimat und „schwätzt“ gerne Saarländisch. Auch als „Putzfrau Gretel vom Landtag“ - die sie zu Karneval spielt, um Politiker aller Couleur - sich eingeschlossen - durch den Kakao zu ziehen.

ANKE REHLINGER (SPD) - bodenständig und treffsicher

Die 40-Jährige ist seit Anfang 2014 stellvertretende Regierungschefin. Ins Amt kam die Rechtsanwältin, weil sie Heiko Maas ablöste, der als Bundesjustizminister nach Berlin ging. Von Maas übernahm sie auch das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr. Zuvor war die Saarländerin Justiz- und Umweltministerin. Sie gilt bei den Genossen als Hoffnungsträgerin, die der CDU den Posten des Ministerpräsidenten nach 18 Jahren wieder abjagen soll. Mit ihrer offenen, natürlichen Art ist sie an der Saar beliebt. Und: Sie liebt Wettkämpfe. Sie hält im Saarland den Rekord im Kugelstoßen (16,03 Meter) und den Jugendrekord im Diskuswurf (49,18 Meter).

OSKAR LAFONTAINE (Linke) - links mit Mammut-Erfahrung

Er ist einer der bekanntesten Politiker des Saarlandes. Er war schon SPD-Chef, Kanzlerkandidat, Bundesfinanzminister und schließlich Bundesvorsitzender der Linkspartei. An der Saar kennt man ihn als Saarbrücker Oberbürgermeister, als Ministerpräsident und seit 2009 als Linken-Fraktionschef. Dass der 73-Jährige noch mal ins Rennen geht, ist für die Linke an der Saar ein Glück - hat „Oskar“ dort doch immer noch eine große Anhängerschaft. Mit dem Physiker ist die Linke drittstärkste Kraft im Landtag. Lafontaine ist mit der Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht (47), verheiratet und lebt in Merzig nahe der Grenze zu Frankreich.

BARBARA MEYER-GLUCHE und HUBERT ULRICH (Grüne) - gemischtes Duo

Sie ist mit 32 Jahren die jüngste Spitzenkandidatin. Sie ist Saarbrücker Kreisvorsitzende und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Grünen-Fraktion im Landtag - und steht für einen Generationswechsel bei ihrer Partei. Mit Landes- und Fraktionschef Hubert Ulrich (59) kämpft sie für eine grüne Regierungsbeteiligung. Ulrich, der die Grünen 1994 erstmals in den Landtag gebracht hatte, gilt als gewiefter Stratege, dem es vor allem darum geht, die Grünen in die Regierung zu führen. Das hatte er bei der ersten „Jamaika“-Koalition auf Landesebene 2009 bis 2012 an der Saar geschafft. Jetzt muss er mit seiner Partei aber um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.

OLIVER LUKSIC (FDP) - liberaler Kicker

Der 37-jährige Chef der Liberalen an der Saar kämpft um die Wiedereinzug ins Landesparlament. Bei der Wahl 2012 war die FDP mit miserablen 1,2 Prozent rausgeflogen: als Quittung für die heftigen innerparteilichen Querelen, die zum vorzeitigen Ende von „Jamaika“ führten. Ein Comeback im Landtag sei „kein leichter Weg, aber machbar“, sagt er. Der Liberale hat Politik und Volkswirtschaft studiert und war lange Vorsitzender der Jungen Liberalen. Von 2009 bis 2013 saß er für die FDP im Bundestag. Er will das Saarland zum digitalen Vorreiterland machen. Und mehr in Bildung investieren. Privat spielt er gerne Fußball und Tennis.

ROLF MÜLLER (AfD) - Nietzsche-Fan und und Landespolitik-Neuling

Der 66-Jährige ist seit der Gründung des AfD-Landesverbandes 2013 dabei. Vorher war er politisch nicht aktiv, sondern selbstständig tätig: in der Bauwirtschaft und im Bauwesen, wie er sagt. Und im Antiquitätengeschäft seiner Frau in Saarbrücken. Eigentlich wollte Müller Französisch- und Sozialkunde-Lehrer an Gymnasien werden. Als er seinen Abschluss und sein Referendariat in der Tasche hatte, gab es aber eine Lehrerschwemme und keinen Job. Er setzt sich bei der AfD ein, weil er „einen Politikwechsel“ will. Privat liest er am liebsten philosophische Texte von Friedrich Nietzsche. „Die habe ich alle schon mindestens zwei Mal gelesen“, sagt er.

dpa

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