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Stephen Bannon, Trumps rechte Hand

Porträt Stephen Bannon, Trumps rechte Hand

In Stephen K. „Steve“ Bannon (62) holt sich Donald Trump eine schillernde Figur in sein nächstes Umfeld im Weißen Haus.

Washington. In Stephen K. „Steve“ Bannon (62) holt sich Donald Trump eine schillernde Figur in sein nächstes Umfeld im Weißen Haus. Mit der Webseite Breitbart News operiert Bannon seit Jahren offen nationalistisch und auch antisemitisch am rechten Rand.

Da Bannon seit Jahren gegen das Establishment der Republikaner kämpft, interpretiert die „Washington Post“ seine Ernennung als „ausgestreckten Mittelfinger“ in Richtung Parteispitze. Der bisherige Republikaner-Chef Reince Priebus dient künftig als Trumps Stabschef, das Verhältnis zum Chefstrategen Bannon verspricht einige Spannung.

Bannon kam zu Trump, als der im August sein Team radikal umbaute. Er wurde Chef des gesamten Wahlkampfstabes. Seither lässt er die Arbeit bei Breitbart offiziell ruhen.

Breitbart News kämpft seit Jahren erbittert gegen die Clintons und ist sich für keine Verschwörungstheorie zu schade. Während des Wahlkampfs machte Breitbart Propaganda für Trump. Die US-Seite von Buzzfeed schrieb: „Breitbart? Kein Journalismus. Medienaktivismus.“

Bannon und Breitbart sind maßgeblich mitverantwortlich für das Erstarken der Tea Party, die die Republikaner vor einigen Jahren weiter nach rechts getrieben hat. Das „Bloomberg Magazine“ schrieb, Bannon habe für die Tea Party eine ähnliche Rolle gespielt wie Leni Riefenstahl für Adolf Hitler.

Vor einem Vierteljahrhundert arbeitete Bannon für Goldman Sachs und kam danach zu einigem Reichtum. Er hat irisch-katholische Wurzeln. Er sagt, die Politik des demokratischen US-Präsidenten Jimmy Carter habe ihn politisiert. Er ist ein tiefer Bewunderer Ronald Reagans. Bannon gilt als Überzeugungstäter, sehr intelligent und rücksichtslos.

Bisher schätzte Bannon ein betont hemdsärmeliges Auftreten: kurze Cargohose, Hemd über der Hose, Dreitagebart, das etwas länger getragene Haar lässig zurückgewuschelt. Es ist noch nicht klar, ob er dieses Auftreten in den West Wing des Weißen Hauses verlängern wird.

dpa

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