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Südafrikas Regierungspartei ANC verliert Hauptstadt

Pretoria Südafrikas Regierungspartei ANC verliert Hauptstadt

Früher war der ANC Nelson Mandelas weit über die Grenzen Südafrikas hinaus bekannt, umweht von einem Heldenmythos. Heute kämpft die Partei von Präsident Jacob Zuma um ihre Zukunft - vor allem in den großen Städten.

Pretoria. Südafrikas regierender Afrikanischer Nationalkongress (ANC) hat bei den Kommunalwahlen drei der acht wichtigsten Großstädte an die Opposition verloren. Die Demokratische Allianz (DA) konnte sich den größten Anteil der Stimmen in der Hauptstadt Pretoria und in der Industriestadt Port Elizabeth sichern - ebenso wie in der DA-Hochburg Kapstadt.

Lange galt der ANC als nahezu unantastbare Partei und lebte vom Heldenmythos der Geschichte. Es ist das erste Mal, dass der ANC in Pretoria und Port Elizabeth die Führung verlor. Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hatte einst an der Spitze des ANC das Land nach 46 Jahren aus dem Apartheidregime herausgeführt.

Mit landesweit rund 54 Prozent der Stimmen fuhr der ANC unter Präsident Jacob Zuma das schlechteste Ergebnis in seiner Geschichte ein. Bei den letzten Kommunalwahlen 2011 konnte der ANC 62 Prozent der Stimmen sichern. Eine symbolträchtige Niederlage erlitt der ANC in Zumas Heimatkommune Nkandla, wo die Partei auf dem zweiten Platz landete.

Korruption und politische Misswirtschaft haben dem Ansehen des ANC geschadet. Die Arbeitslosenquote in Südafrika liegt bei knapp 27 Prozent und die Wirtschaft stagniert. Selbst ausländische Investoren wurden angesichts der politischen Misswirtschaft vorsichtiger.

In der Wirtschaftsmetropole Johannesburg lieferten sich ANC und DA bis zum Ende ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, das der ANC schließlich gewann. Es waren die am härtesten umkämpften Wahlen seit 1994, sagte der Vorsitzende der Wahlbehörde, Mosotho Moepya.

Die DA erhielt landesweit rund 27 Prozent, die linkspopulistischen Ökonomischen Freiheitskämpfer (EFF) etwa acht Prozent der Stimmen. Die von dem ehemaligen Anführer der ANC-Jugendliga 2013 gegründete EFF bewarben sich zum ersten Mal bei den Kommunalwahlen, die alle fünf Jahre stattfinden.

„Diese Wahlen haben den Mythos gebrochen, dass die DA eine Partei für eine Rasse ist“, sagte DA-Chef Mmusi Maimane bei einer Pressekonferenz am Samstag. Die DA galt lange als eine weiße Partei. Doch auch die wachsende schwarze Mittelschicht tendiert immer mehr dazu, die Partei zu wählen - mit Maimane als erstem Schwarzen an der Spitze der DA. „Unsere Demokratie reift und wir gratulieren den Menschen für ihre Beteiligung und die Festigung der Demokratie“ sagte Zuma am Abend.

Rund 26 Millionen Wahlberechtigte waren am Mittwoch zur Stimmabgabe in den 259 Kommunen aufgerufen. Die Wahl verlief von kleinen Unregelmäßigkeiten abgesehen ruhig.

dpa

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