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Syrien: Ein Militärschlag rückt näher

Damaskus/Istanbul Syrien: Ein Militärschlag rückt näher

Immer lauter werden die Rufe nach einem Schlag gegen Syrien. UN-Inspektoren, die den Giftgas-Einsatz untersuchen sollen, wurden beschossen.

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Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Damaskus. Die Kriegsangst wächst, doch zunächst wird kontrolliert: Die Chemiewaffenexperten der Vereinten Nationen sind gestern zum Auftakt ihrer Suche nach Beweisen für einen Giftgas-Einsatz in Syrien beschossen worden. Nach Angaben von Regimegegnern gelang es ihnen dennoch, die Ortschaft Moadhamijat al-Scham südwestlich von Damaskus zu besuchen. Dort und in einem Bezirk östlich der Hauptstadt sollen Hunderte von Menschen mit Nervengas getötet worden sein.

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Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

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Ein UN-Sprecher teilte mit, der erste Wagen der Fahrzeugkolonne sei mehrfach von Heckenschützen beschossen worden, gerade als der Konvoi von der Zone, die die Regierung kontrolliert, in das Gebiet der Rebellen fahren wollte. Regimegegner berichteten, regierungstreue Milizen hätten vom Messe-Militärflughafen aus das Feuer eröffnet. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete dagegen, „bewaffnete Terrorgruppen“ hätten die Inspekteure angegriffen. Die Inspekteure hätten in einem medizinischen Zentrum in Moadhamijat al-Scham mit Ärzten, Überlebenden der Giftgas-Angriffe sowie mit den Angehörigen einiger Todesopfer gesprochen. Aktivisten veröffentlichten Videoaufnahmen von diesen Gesprächen.

Zum Start der UN-Untersuchung mahnte Generalsekretär Ban Ki Moon schnelles Handeln an. „Jede Stunde zählt“, sagte er. „Wir können uns keine Verzögerungen mehr leisten.“ Damaskus bestreitet den Einsatz chemischer Kampfstoffe und beschuldigt stattdessen die Rebellen, Giftgas eingesetzt zu haben. Laut Ärzte ohne Grenzen sind in von der Organisation betreuten Krankenhäusern 3600 Menschen mit Symptomen von Nervengift behandelt worden. Von ihnen seien 355 gestorben.

US-Außenminister John Kerry sagte gestern in Washington, die USA seinen überzeugt, dass in Syrien Giftgas eingesetzt wurde. Dies sei trotz aller Versuche in Damaskus, dies zu leugnen, „unbestreitbar“. Er warf dem Regime von Präsident Baschar al-Assad vor, Beweise zu vertuschen. Die USA und die internationale Gemeinschaft müssten darauf antworten. Präsident Barack Obama werde in Kürze darüber entscheiden.

Großbritanniens Außenminister William Hague sagte, ein militärisches Eingreifen in Syrien wäre auch ohne einstimmiges Votum des Weltsicherheitsrates legitim. Premierminister David Cameron bricht wegen der Krise in Syrien seinen Urlaub ab und kehrt heute nach London zurück. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte, über eine Reaktion des Westens „wird in den kommenden Tagen entschieden“.

Die Türkei ist bereit, sich an einer militärischen Koalition für ein internationales Vorgehen gegen das syrische Regime zu beteiligen. Sein Land sei zwar dafür, auf Grundlage von UN-Entscheidungen zu handeln, so Außenminister Ahmet Davutoglu. Wenn es im Weltsicherheitsrat keine Entscheidung gebe, kämen Alternativen auf den Tisch. Israel dringt auf ein sofortiges Eingreifen in Syrien, um den weiteren Einsatz von C-Waffen dort zu unterbinden.

Syriens Machthaber al-Assad warnte, die USA würden einen „Fehlschlag“ erleiden, „genau wie in allen früheren Kriegen, die sie angefangen haben“. Russland, Assads enger Verbündeter, warnte die USA vor einer militärischen Einmischung. Der Iran riet ebenfalls vor einem Militärangriff ab, insbesondere ohne UN-Mandat.

C-Waffen-Einsatz lange nachweisbar
Der Einsatz von Chemiewaffen, wie er jetzt der syrischen Regierung vorgeworfen wird, ist Experten zufolge noch Tage später nachweisbar. Selbst fünf Tage nach einem Angriff etwa mit dem Nervengas Sarin gebe es „gute Erfolgsaussichten“, Überreste des chemischen Stoffes „im Boden, in explodierter Munition oder Körperflüssigkeiten wie Blut oder Urin“ nachzuweisen, sagte der Toxikologe von der britischen Universität Leeds, Alastair Ha.


Bei schwer vergifteten Menschen könnten Spuren von Sarin noch bis zu sechs Wochen später nachgewiesen werden. Die UN-Experten müssten aber genaue Proben vor Ort nehmen.

 

 

OZ

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