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Tausende beim Tag der offenen Moschee

Schwerpunktthema Migration Tausende beim Tag der offenen Moschee

Der Tag der offenen Moschee am Tag der deutschen Einheit - inzwischen ist das Tradition. Doch in diesem Jahr waren die Vorzeichen andere. Muslime sehen sich hierzulande nicht nur mit Vorurteilen, sondern mit Hass konfrontiert.

Berlin. Inmitten kontroverser Debatten um den Flüchtlingszuzug und den Islam ist der Tag der offenen Moschee auf viel Interesse gestoßen. Muslimische Gemeinden in mehreren Bundesländern berichteten von vielen Besuchern in ihren Gotteshäusern.

Der bundesweite Aktionstag, der 1997 ins Leben gerufen wurde, stand in diesem Jahr unter dem Motto „Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance“. Rund 1000 Moscheen beteiligten sich mit Führungen, Podiumsdiskussionen oder Ausstellungen. Thema war unter anderem die Flüchtlingsarbeit.

Allein in Bayern wurden Tausende Menschen bei den Veranstaltungen gezählt. „Ich kann mich nicht erinnern, in den vergangen Jahren so einen Andrang erlebt zu haben“, sagte Benjamin Idriz von der islamischen Gemeinde Penzberg der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe viele neugierige Menschen von überall her getroffen.“

Die Kölner Moschee - eine der größten in Nordrhein-Westfalen - hätten am Montag mehr als 2500 Menschen besucht, sagte Zekeriya Altug, Vorstandsmitglied der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) in NRW. Gut 800 Gäste nahmen an Führungen durch das Gotteshaus oder Vorträgen teil.

In Berlin machten nach Angaben der Veranstalter vom Zentralrat der Muslime in diesem Jahr 60 bis 70 Moscheen mit. Es gehe vor allem um Begegnung, sagte der Imam der Khadija-Moschee im Stadtteil Heinersdorf, Said Ahmed Arif. Doch auch die Rechte der Frau im Islam und das Thema Dschihad interessierten immer mehr Menschen.

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD) besuchte eine Moschee in Witten. Er wies darauf hin, dass im bevölkerungsstärksten Bundesland etwa 1,5 Millionen Muslime leben, viele mit deutscher Staatsangehörigkeit. „Damit gehören die Muslime und mit ihnen der Islam zu NRW - wer das leugnet, ist einfach blind“, sagte er.

Hannovers Landesbischof Ralf Meister besuchte die Ayasofya-Moschee in der niedersächsischen Landeshauptstadt. „Es ist ein wichtiges Signal, dass am 3. Oktober die Moscheen geöffnet sind“, sagte der evangelische Geistliche. Die Muslime in diesem Land, in dem sie ihre Heimat sähen und mit dem sie sich verbunden fühlten, setzten damit ein Zeichen für ein weiteres friedliches Miteinander der Religionen.

Ditib-Vertreter Altug räumte ein: „Wir wissen, dass die Schwelle gerade für solche, die uns nicht kennen, recht groß ist, einfach mal spontan in eine Moschee rein zu gehen.“ Besucher seien aber auch an allen anderen Tagen des Jahres herzlich willkommen: „In der Regel wird dann sogar Tee serviert.“

dpa

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