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Politik Tod von George H.W. Bush: „Wir trauern um einen Freund Deutschlands“
Nachrichten Politik Tod von George H.W. Bush: „Wir trauern um einen Freund Deutschlands“
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08:15 02.12.2018
George H.W.Bush im Jahr 2011. Nun ist er im Alter von 94 Jahren gestorben. Quelle: imago/ZUMA Press
Houston

Sein Name bleibt eng verbunden mit der Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges: George H.W. Bush. Nun ist der frühere US-Präsident gestorben. Die Trauer ist groß – bei der Familie ebenso wie bei politischen Weggefährten.

Er sei der beste Vater gewesen, den man sich als Sohn oder Tochter habe wünschen können, hieß es in einer Erklärung von George W. Bush, seinem Sohn und ebenfalls früherem US-Präsident. Die gesamte Familie sei zutiefst dankbar für dessen Leben.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump würdigte Bush. Durch seine Authentizität, seinen Witz und sein unerschütterliches Bekenntnis an Glaube, Familie und das Land habe er Generationen von Amerikanern zum öffentlichen Dienst inspiriert, hieß es in der Nacht zum Samstag in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Bush habe immer einen Weg gefunden, die Messlatte höher zu setzen.

„Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges“, hieß es in der Mitteilung weiter. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen. Bei allem, was er vollbracht habe, sei er stets demütig geblieben.

Der Ex-Präsident und Präsidentenvater George H.W. Bush ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Sein Sohn, der spätere US-Staatschef George W. Bush, würdigte den Verstorbenen als einen Mann höchster Ideale und besten Vater, den man sich wünschen könne. Bilder aus seinem Leben.

Der demokratische Ex-Präsident Bill Clinton bezeichnete die Freundschaft zu seinem verstorbenen Amtsvorgänger als eines der größten Geschenke seines Lebens. Dafür werde er immer dankbar sein, erklärte Clinton am Samstag. Von dem Moment an, als er Bush als junger Gouverneur getroffen habe, sei er von der Freundlichkeit beeindruckt gewesen, mit der Bush seiner Tochter Chelsea begegnete, von dem ihm eigenen und aufrichtigen Anstand und dessen Zuneigung zu seiner Ehefrau Barbara. Clinton erklärte weiter, er sei für jede Minute dankbar, die er mit Bush verbrachte.

Der frühere US-Präsident Barack Obama, ebenfalls Demokrat, zeigte sich bestürzt gezeigt über den Tod von George H. W. Bush. Amerika habe einen „Patrioten und bescheidenen Diener“ verloren, hieß es in der Nacht zu Samstag in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. „Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit.“ Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, „auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen“.

Gorbatschow würdigt George H.W. Bush als „echten Partner“

Auch der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow sprach den USA sein Beileid aus. Er habe mit Bush in einer „dramatischen Zeit“ zusammengearbeitet, sagte der 87-Jährige am Samstag in Moskau. „Das Ergebnis war die Beendigung des Kaltes Krieges und des Rüstungswettlaufs“. Der am Freitag gestorbene Bush sei ein „echter Partner“ gewesen, sagte Gorbatschow der Agentur Interfax.

Der Tod macht auch vor bekannten Persönlichkeiten nicht halt: Diese Prominenten sind 2018 schon von uns gegangen.

Bush und Gorbatschow setzten in den 1980er Jahren die schon unter Präsident Ronald Reagan begonnene Abrüstung fort. Sie ermöglichten nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 die deutsche Wiedervereinigung. Gorbatschow sagte, er und seine Frau Raissa (gestorben 1999) hätten immer die wohlwollende Freundlichkeit der Familie von George und Barbara Bush genossen.

Lesen Sie hier unseren Nachruf auf George H.W. Bush.

Deutschland ist nach den Worten von Außenminister Heiko Maas (SPD) Bush für immer zu Dank verpflichtet. „Auch er ist Architekt der deutschen Einheit. Ohne Vorbehalte unterstützte er sie von Beginn. Das werden wir nie vergessen“, erklärte Maas am Samstag in Berlin. „Wir trauern um einen großen Staatsmann und einen Freund Deutschlands“, fügte Maas hinzu. „1989 in der Stunde des Umbruchs, der Probe, als die Blöcke wankten und die jahrzehntelange Konfrontation zu bröckeln begann, ergriff er mutig die Chance zur Beendigung des Kalten Krieges.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte Bush als einen „wahren Freund“ Deutschlands. In einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Donald Trump betonte Steinmeier, Bush habe einen der großen Umbrüche der Weltpolitik entscheidend geprägt. „Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen.“ Deutschland werde Bush ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Bundesregierung würdigte Bush ebenfalls als „Freund der Deutschen“. „Seinen Beitrag zu unserer Wiedervereinigung werden wir nie vergessen“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag bei Twitter.

Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete Bush als „großen Anführer“. Er habe die Allianz mit Europa immer unterstützt, schrieb Macron am Samstag auf Twitter. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und den Menschen, die ihm nahe standen.“ Im Namen der Franzosen sprach er den Amerikanern sein Beileid aus.

Die britische Premierministerin Theresa May und Ex-Premierminister Tony Blair nannten Bush einen Freund ihres Landes und einen Friedensstifter. „Präsident Bush war ein echter Freund Großbritanniens und das zuverlässige Gegenüber und der Vertraute zweier Premierminister. Sein staatsmännisches Können, seine Weisheit und seine Freundschaft werden sehr vermisst werden“, schrieb May am Samstag per Twitter.

„Präsident Bush war ein außergewöhnlicher Staatsdiener, ein Mann der sich seinem Land verschrieben hatte, den höchsten Werten, für die es steht und dafür, die Welt besser zu machen, stabiler und friedlicher“, teilte Blair mit. Bush sei ein „großartiger Freund und Verbündeter gewesen“ und habe „riesigen Einfluss auf die Entwicklung Europas nach dem Fall der Berliner Mauer“ gehabt.

Von RND/dpa