Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Trump irritiert mit Äußerung zu Waffen
Nachrichten Politik Trump irritiert mit Äußerung zu Waffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:04 11.08.2016
Anzeige
Wilmington/Des Moines

Donald Trump hat mit einer mehrdeutigen Äußerung zu Waffen erneut einen Aufschrei in den USA ausgelöst. Clinton wolle den zweiten Verfassungszusatz abschaffen, in dem das Recht auf Waffenbesitz verankert ist, sagte Trump in Wilmington (North Carolina).

Als Präsidentin wäre sie bei der Abschaffung nicht aufzuhalten, da sie entsprechende Richter für den Obersten Gerichtshof nominieren könne, sagte er und fügte hinzu: „Da kann man nichts machen, Leute. Obwohl - (es gibt da) die Leute des Zweiten Verfassungszusatzes, vielleicht gibt es doch etwas (das man tun kann). Ich weiß es nicht.“

Die Äußerung am Dienstag (Ortszeit) wurde beim politischen Gegner, in der eigenen Partei und in Medien auch als Aufruf interpretiert, Gewalt gegen Hillary Clinton anzuwenden.

Die Demokratin warf Trump vor, einmal mehr eine Grenze überschritten zu haben. „Wenn Du Dich um das Präsidentenamt bewirbst, oder Präsident der Vereinigten Staaten bist, dann können Deine Worte gewaltige Konsequenzen haben“, sagte sie in Des Moines (Iowa). „Seine Bemerkung gestern war nur eine weitere in einer langen Reihe von beiläufigen Bemerkungen, mit denen Donald Trump eine Linie überschritten hat.“ Diese „beiläufige Anstiftung zur Gewalt“ sei ein weiterer Beweis, dass er nicht für das Präsidentenamt tauge.

Paul Ryan, als Vorsitzender des Abgeordnetenhauses derzeit ranghöchster Politiker der Republikaner, sprach von einem „schiefgegangenen Witz“. Trump müsse das aus der Welt schaffen.

Trump selbst erklärte auf Fox News, er habe die Bewegung einen wollen, die den zweiten Verfassungszusatz verteidige. Auf Twitter schrieb er: „Was ich meinte, war: Die Verteidiger des zweiten Verfassungszusatzes müssen sich zusammentun und wählen gehen.“

In Sozialen Netzwerken entwickelte sich ein Sturm der Entrüstung. Bernice King, die jüngste Tochter des 1968 ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King, nannte Trumps Äußerungen auf Twitter „verstörend und gefährlich“. Der frühere Republikaner-Politiker und heutige Fernsehmoderator Joe Scarborough forderte die Republikaner in einem Gastbeitrag für die „Washington Post“ auf, Trump als Kandidaten fallen zu lassen. „Eine blutige rote Linie ist überschritten.“

Die im Jahr 2011 durch einen Kopfschuss schwer verletzte Kongressabgeordnete der Demokraten, Garbrielle Giffords, twitterte, Trump erstaune die Amerikaner zwar ständig, man müsse aber eine Grenze zwischen politischer Rede und Anregung zu Gewalt ziehen. Wenn Kandidaten Gewalt bejahten, „sollten wir befürchten, dass Gewalt folgt“.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte sich innerhalb der Republikanischen Partei Widerstand gegen Trump formiert. Erst am Montag hatten ihn 50 Außen- und Sicherheitsexperten der Republikaner in einem offenen Brief scharf kritisiert. Mehrere Senatoren, frühere Senatoren und Parteifunktionäre verweigerten ihm bereits die Gefolgschaft.

dpa

Mehr zum Thema

Privater Waffenbesitz in den USA hat eine historische Rechtsgrundlage. Der Zweite Verfassungszusatz von 1791 schützt das Recht auf den Besitz und das Tragen von Waffen.

17.08.2016

Donald Trump hat schon häufig mit provokanten Aussagen für Entsetzen gesorgt - aber noch nicht so. Eine mehrdeutige Äußerung interpretieren viele als Gewaltaufruf gegen Hillary Clinton. Trump beteuert, er habe es nicht so gemeint.

17.08.2016

Um den US-Wahlkampf 2016 zu analysieren, sind längst keine Politologen mehr gefragt. Psychologen müssen her, um zu erklären, ob Donald Trump die Persönlichkeit zum Präsidenten hat. Er scheint es regelrecht darauf anzulegen, die Frage mit Nein zu beantworten.

17.08.2016

Die nach ihrer Lebenslauf-Lüge umstrittene SPD-Politikerin Petra Hinz bricht ihr Schweigen - und klagt an. Vor allem Nordrhein-Westfalens Justizminister Kutschaty und Regierungschefin Kraft. Vor der Landtagswahl wolle man sie schnellstmöglich „verschwinden lassen“.

11.08.2016

Um den US-Wahlkampf 2016 zu analysieren, sind längst keine Politologen mehr gefragt. Psychologen müssen her, um zu erklären, ob Donald Trump die Persönlichkeit zum Präsidenten hat. Er scheint es regelrecht darauf anzulegen, die Frage mit Nein zu beantworten.

17.08.2016

Bei der Suche nach besseren Sicherheitsmaßnahmen überschlagen sich die Parteien mit neuen Ideen. Die Schnittmenge ist bisher relativ klein, das Streitpotenzial dagegen riesig. Die Union will eine der wichtigsten rot-grünen Reformen rückgängig machen.

11.08.2016
Anzeige