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Nordkorea: Erstmals Interkontinentalrakete getestet

Neue Eskalation Nordkorea: Erstmals Interkontinentalrakete getestet

Schon wieder hat Nordkorea am Dienstag eine ballistische Rakete abgefeuert – diesmal soll es sich aber um eine neue Stufe handeln: Nach Angaben des Regimes soll es sich um eine Interkontinental-Rakete handeln. US-Präsident Trump reagiert schon zuvor erbost.

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In den vergangenen Monaten hat Nordkorea immer wieder Raketen getestet. Eine Interkontinental-Rakete war bislang nicht darunter.

Quelle: KCNA VIA KNS

Seoul. Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet. Die Rakete des Typs Hwasong-14 habe nach dem Start eine Höhe von 2802 Kilometern erreicht und sei 933 Kilometer weit geflogen. Das habe das nordkoreanische Staatsfernsehen am Dienstag vermeldet, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der Machthaber Kim Jong Un habe den Start persönlich verfolgt.

Zuvor hatten bereits die südkoreanischen Streitkräfte mitgeteilt, dass das Nachbarland im Westen des Landes eine ballistische Rakete abgefeuert habe, die rund 930 Kilometer in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen sei. Südkorea schließe nicht aus, dass es eine Interkontinentalrakete gewesen sein könnte, sagte Präsident Moon Jae In in Seoul bei einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats.

Mit dem Test einer Interkontinentalrakete wäre eine neue Eskalationsstufe im Streit um Nordkoreas Atomprogramm erreicht, der als einer der gefährlichsten Konflikte weltweit gilt. Als Interkontinentalraketen gelten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 Kilometern. Sie werden üblicherweise mit Atomsprengköpfen bewaffnet und folgen nach Verlassen der Erdatmosphäre einer ballistischen Flugbahn.

Das weithin isolierte Nordkorea arbeitet seit Jahren an solchen Raketen, die auch die USA erreichen können. Anchorage in Alaska ist 6000 Kilometer von Pjöngjang entfernt, Berlin knapp 8000 Kilometer.

Trump reagiert erbost

International wurde der erneute Test scharf verurteilt. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe kritisierte den Raketenstart. Dieser erinnere daran, dass Pjöngjangs Entwicklung von Flugkörpern eine wachsende Bedrohung seien.

US-Präsident Donald Trump kritisiert Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

US-Präsident Donald Trump kritisiert Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Quelle: ap/dpa

US-Präsident Donald Trump reagierte über Twitter erbost auf den jüngsten Raketentest. „Hat dieser Typ mit seinem Leben nichts Besseres anzufangen?“, schrieb er am Montagabend (Ortszeit) mit Blick auf Machthaber Kim. Trump sah zudem Handlungsbedarf bei China, das den „Unsinn“ vielleicht ein für alle mal beenden werde. Er könne sich zudem nicht vorstellen, dass sich Südkorea und Japan das noch weiter bieten ließen.

Chinesische Botschafter warnt vor weiterer Eskalation

Der chinesische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Liu Jieyi, warnte am Montag, eine weitere Eskalation der Spannungen berge das Risiko, dass Pjöngjang außer Kontrolle geraten könne. „Und die Konsequenzen wären desaströs“, so Liu.

Am vergangenen Freitag hatten sich Moon und US-Präsident Donald Trump darauf verständigt, eine härtere Gangart gegenüber Nordkorea zu fahren. Das Zeitalter der strategischen Geduld mit der nordkoreanischen Führung habe nichts gebracht, sagte Trump. „Ehrlich gesagt, diese Geduld ist vorbei.“ Moon bekräftigte nach dem Treffen mit Trump in Washington, dass beide Staaten entschlossen auf Provokationen aus Nordkorea reagieren würden.

Moon hatte nach seiner Amtsübernahme im Mai versucht, die Beziehungen zu Nordkorea zu verbessern, doch das Nachbarland im Norden hat Raketentests seither weiter vorangetrieben. Anfang Juni etwa testete Nordkorea einen neue Rakete, um Kriegsschiffe von potenziellen Feinden anzugreifen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA hatte anschließend mitgeteilt, die Raketen hätten schwimmende Ziele im Meer „exakt entdeckt und geschlagen“, nach dem sie „kreisförmige Flüge“ vorgenommen hätten.

Von ap/dpa/RND/zys

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