Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Trump und Erdogan preisen Zusammenarbeit
Nachrichten Politik Trump und Erdogan preisen Zusammenarbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:22 16.05.2017
US-Präsident Donald Trump (r) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan geben im Weißen Haus in Washington eine Pressekonferenz. Quelle: Evan Vucci
Anzeige
Washington

In einem von Spannungen überschatteten Treffen hat US-Präsident Donald Trump seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan seinen Rückhalt zugesichert.

Man unterstütze die türkische Regierung bei ihrem Kampf gegen Terrororganisationen wie den IS und die PKK, sagte Trump am Dienstag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Erdogan. Man werde sicherstellen, dass diese Gruppen keine sicheren Zufluchtsorte hätten. Auch Erdogan bekräftigte, an der Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus festhalten zu wollen. Zugleich kritisierte er die Unterstützung des US-Militärs für die syrischen Kurden.

Das Treffen wurde überlagert von der Entscheidung Washingtons, die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG mit Waffen ausrüsten zu wollen. Die Türkei sieht in der Miliz einen Ableger der PKK und bekämpft sie deshalb. Die US-Regierung erkennt offiziell nur die PKK als Terrororganisation an. Die YPG erachtet sie als strategisch wichtigen Partner am Boden, um die syrische Stadt Al-Rakka vom IS zurückzuerobern, eine Hochburg der Terroristen.

Die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition unterstützt die Offensive mit Luftangriffen. In der vergangenen Woche hatte Trumps Regierung angekündigt, die Kurden mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeugen auszurüsten.

Trump ging bei dem Auftritt am Dienstag nicht auf das Thema ein. Er sagte lediglich, dass man gemeinsam das Interesse verfolge, den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden.

Erdogan kritisierte die Unterstützung erneut. Es widerspreche einer internationalen Vereinbarung, eine Zusammenarbeit mit der YPG und der Kurdenpartei PYD in der Region in Betracht zu ziehen, sagte er laut Übersetzung.

Zugleich bezeichnete er die Beziehungen zu den USA als „hervorragend“. Eine enge Zusammenarbeit beider Länder sei wichtig, besonders im Nahen Osten.

Erdogan hatte angekündigt, bei dem Besuch auch seine Forderung nach Auslieferung des regierungskritischen Geistlichen Fethullah Gülen zu erneuern. Erdogan beschuldigt Gülen, hinter dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 in der Türkei zu stehen. Gülen, der seit 1999 im selbstgewählten Asyl in den USA lebt, hält den Putschversuch für von Erdogan vorgetäuscht, um Regierungskritiker mundtot zu machen.

dpa

Mehr zum Thema

Das Drama um Ceta hat gezeigt, was passieren kann, wenn Parlamente aus den EU-Staaten an der Entscheidung über Freihandelsabkommen beteiligt werden. Richter des EuGH lässt so etwas allerdings kalt. Sie treffen jetzt eine Entscheidung, die Freihandelsgegner erfreut.

16.05.2017

US-Präsident Donald Trump hat seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan im Weißen Haus empfangen.

16.05.2017

US-Präsident Donald Trump hat seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan Rückhalt im Kampf gegen die Terrormiliz IS und die verbotene türkische Arbeiterpartei PKK zugesichert.

16.05.2017

Die niedersächsische Landesregierung prescht mit einem eigenen Steuerkonzept vor – und irritiert mit dem Ruf nach Abschaffung des Solidaritätszuschlags die Bundes-SPD. Neben der Streichung des Solis sieht Weils Konzept höhere Steuern für Besserverdienende vor.

16.05.2017

Und wieder dreht sich die Eskalationsspirale zwischen Deutschland und der Türkei: Asyl für türkische Soldaten, Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete und jede Menge Verbalattacken. Folgt als nächstes der Abzug deutscher Soldaten aus Incirlik?

16.05.2017

In Bayern ist bei einer Schießübung ein Soldat ums Leben gekommen. Wie genau es dazu kam, ist bislang unklar. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zeigt sich tief bestürzt.

16.05.2017
Anzeige