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18:25 16.09.2017
Das Einkommensgefälle zwischen Stadt und Land wird immer größer, behauptet US-Präsident Donald Trump. Quelle: AP
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Washington

„Make America great again“ lautete im Wahlkampf das Credo von Donald Trump. Die leidenschaftlichsten Anhänger fand der spätere Präsident in ländlichen Regionen, die sich vom Wirtschaftsboom in den Großstädten abgekoppelt fühlen. Nun aber stellt sich heraus: Die Thesen des Geschäftsmannes über das vermeintliche Auseinanderdriften Amerikas sind nicht haltbar. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die ländlichen Gemeinden weitaus besser entwickelt als erwartet.

Dass die menschenarmen Gegenden jenseits der Ost- und Westküste wirtschaftlich und gesellschaftlich immer weiter zurückfallen, gilt in Washington seit der Trump-Ära als feste Erkenntnis. Regelmäßig stehen die Armutsberichte aus den südlichen Appalachen und aus den sterbenden Industrierevieren im sogenannten Rost Belt (Rostgürtel) zur Debatte. Doch so berechtigt die intensivere Beschäftigung mit den Krisengebieten der weltweit größten Volkswirtschaft auch ist, ein neues Phänomen stellt das Einkommensgefälle keineswegs dar.

Unterschied bleibt bei 25 Prozent

Die größte Statistikbehörde des Landes, das „United States Census Bureau“, veröffentlichte am Freitag bemerkenswerte Zahlen. Demnach liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Haushaltes in den Großraumregionen bei umgerechnet 51.500 Euro. Außerhalb der „metropolitan areas“ erwirtschaften die Menschen tatsächlich weniger: Laut Census Bureau liegt es dort bei etwa 38.300 Euro. Der Unterschied beträgt 25 Prozent und ist damit fast exakt so groß wie 1996. Damals kamen die Städter auf 31.500 Euro und die Landbewohner auf 23.500 Euro.

Über die zwei Jahrzehnte hinweg gab es offenbar zwei gleichbleibende Entwicklungen: Die Einkommen stiegen (abgesehen von den Jahren der schweren Finanzkrise) sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, und die Unterschiede blieben bis auf geringe Verschiebungen gleich. Wie die Behörde in Maryland anmerkt, sagen diese Summen nur bedingt etwas über das tatsächlich verfügbare Einkommen aus. Da ist vor allem die Grundstücksteuer, die in den USA – grob gesagt – etwa zehn Mal so hoch liegt wie in Deutschland. Und im Durchschnitt zahlen die Hausbesitzer in den städtischen Regionen eine ungleich höhere „Property Tax“ als die Eigentümer in den entlegeneren Gebieten. Diese Steuer zählt wiederum zu den entscheidenden Gründen, warum so viele Amerikaner, die das Rentenalter erreicht haben, sich aus der Stadt verabschieden und aufs Land ziehen.

Fast alle Einkommen verbessern sich

Dass die Lage in der Volkswirtschaft nicht so schlecht ist wie von Trump im Wahlkampf immer wieder behauptet wurde, zeigen auch die jüngsten Zahlen zum Einkommen der Privathaushalte – unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder auf dem Land liegen. In Folge der Finanzkrise von 2007 bis 2009 ging der Verdienst zwar deutlich zurück, dennoch lag er 2016 erstmals wieder über dem Wert von 1999: laut Census Bureau bei 49.000 Euro. Zu dem Anstieg habe insbesondere die wachsende Zahl von Vollzeitstellen beigetragen.

Insgesamt haben sich die Einkommen fast aller Bevölkerungsgruppen in den USA verbessert. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen gravierend: Zu den Spitzenverdienern zählen Amerikaner mit asiatischen Wurzeln, die es auf ein Durchschnittseinkommen von 68.100 Euro bringen, gefolgt von den Weißen mit 54.400 Euro. Die sogenannten Latinos verdienen pro Haushalt nach Auskunft der Statistiker 39.900 Euro, und die Afroamerikaner 33.000 Euro.

Wie die Untersuchungen zeigen, ist die Einkommenssituation bei vielen Latinos und Afroamerikanern weiterhin äußerst angespannt, allerdings weisen sie mit etwa 4 bis 5 Prozent auch den größten jährlichen Zuwachs aus. Dementsprechend verbesserte sich auch die offizielle Armutsquote von etwa 15 auf knapp 13 Prozent. Dennoch gelten mehr als 40 Millionen Amerikaner nach offizieller Einschätzung als arm. Diese Haushalte (berechnet auf zwei Erwachsene und zwei Kinder) verfügen über weniger als 20.000 Euro jährlich.

Von Stefan Koch/RND

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