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19:32 14.11.2016
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Marrakesch

Trotz Wirtschaftswachstums ist der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen das dritte Jahr in Folge kaum gestiegen.

Das könne möglicherweise Zeichen einer Trendwende gegenüber dem Jahrzehnt vor 2013 sein, in dem die Emissionen jährlich um 2,3 Prozent gestiegen waren, erklärte der Forschungsverbund „Global Carbon Project“. Für Jubel sei es aber noch zu früh - es bleibe abzuwarten, ob der Trend anhalte.

Grund zur Besorgnis gibt zudem der neueste Temperaturbericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die das laufende Jahr am Montag zum wohl heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen ausrief. Die Weltbank warnte indes vor den verheerenden Auswirkungen von Naturkatastrophen insbesondere für arme Menschen.

Als Hoffnungszeichen werteten die Forscher des „Global Carbon Project“, dass der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr nach dem am Montag veröffentlichten Bericht weltweit stabil blieb. 2014 wuchs er um 0,7 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen die Wissenschaftler laut ihrer in der Fachzeitschrift „Earth System Science Data“ veröffentlichten Studie mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent.

In den vergangenen drei Jahren wurden den Autoren zufolge durchschnittlich jeweils etwa 36,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Die Stabilisierung ist den Wissenschaftlern zufolge vor allem einem geringeren Kohleverbrauch in China zu verdanken, das mit einem Anteil von 29 Prozent weltweit das meiste CO2 in die Atmosphäre pustet.

„Das ist eine große Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel, aber es ist nicht genug“, sagte Corinne Le Quéré von der britischen Universität von East Anglia, die an der Studie beteiligt war. „Die weltweiten Emissionen müssen jetzt rasch abnehmen, nicht nur aufhören zu wachsen.“

Wenig Grund zur Entwarnung gibt der neue Bericht, den die UN-Organisation WMO am Rande der Klimakonferenz in Marrakesch vorstellte. Das laufende Jahr dürfte demnach einen neuen Wärmerekord brechen: 2016 ist das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globalen Temperaturen erreichen nach einer aktuellen Schätzung der WMO im Schnitt etwa 14,88 Grad Celsius. Damit liegen sie ungefähr 1,2 Grad Celsius über dem Niveau des vorindustriellen Zeitalters, wie die WMO am Montag in Marrakesch berichtete.

Das bisherige Rekordjahr 2015 mit durchschnittlich 14,77 Grad Celsius dürfte damit nach dieser vorläufigen Schätzung noch übertroffen werden. Mit Ausnahme des Jahres 1998 wurden damit die siebzehn heißesten Jahre in dem Zeitraum seit der Jahrtausendwende verzeichnet.

Mit einer zunehmenden Erwärmung steigt auch die Häufigkeit extremer Wetterereignisse. Naturkatastrophen stürzen weltweit jährlich 26 Millionen Menschen ins Elend. Die wirtschaftlichen Folgen entsprechen einem Konsumverlust von 520 Milliarden Dollar (etwa 485 Milliarden Euro) pro Jahr, wie die Weltbank in einer Studie mit 117 Staaten berichtete. Die Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf den Wohlstand eines Landes sind damit nach Angaben der Autoren um bis zu 60 Prozent gravierender als bisher geschätzt.

dpa

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