Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
UNHCR befürchtet neues Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

«Ein kollektives Scheitern» UNHCR befürchtet neues Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

Das Mittelmeer ist wieder zur tödlichen Falle geworden. Trotz aller Abkommen und Versprechen der Politik geht das Sterben von Migranten während der gefährlichen Überfahrt nach Europa weiter.

Voriger Artikel
Schmidt möchte erster Bundesheimatminister werden
Nächster Artikel
Mehr Umverteilung wäre eine schlechte Antwort

Flüchtlinge im vergangenen Monat in einem Schlauchboot im Mittelmeer. Vor der libyschen Küste sollen erneut viele Menschen ertrunken sein.

Quelle: Santi Palacios/ap

Rom (dpa) - Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR befürchtet, dass bei einem Bootsunglück auf dem Mittelmeer bis zu 250 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. „Eine Tragödie, ein kollektives Scheitern“, twitterte die UNHCR-Sprecherin Carlotta Sami am Abend.

Zuvor hatten private Rettungsorganisationen von zwei Schlauchbooten gesprochen, die vor der Küste Libyens gekentert seien. Fünf Tote seien geborgen worden, sagte eine Sprecherin der Retter von Pro Activa Open Arms. Die restlichen Menschen seien „verschwunden“. Auf jedem Boot könnten mehr als 120 Menschen gewesen seien, da Schlepper die Schiffe oft überladen würden.

Auch die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet war an dem Einsatz beteiligt. Am frühen Donnerstagmorgen sei eine Leiche im Wasser entdeckt worden, es hätten jedoch von Pro Activa nur fünf Tote geborgen werden können, sagte eine Jugend-Rettet-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Toten seien alles Männer im Alter zwischen 16 und 25 Jahren gewesen. Seit dem Untergang würde auch das Schiff von Jugend Rettet bei der Suche nach Überlebenden helfen, die Hoffnung sei jedoch gering.

In diesem Jahr sind bereits mehr als 520 Migranten im Mittelmeer ums Leben gekommen, die allermeisten davon auf der zentralen Route von Libyen in Richtung Italien: Dort waren es mindestens 480 Tote - im Vorjahreszeitraum waren es knapp 160. Bisher kamen in Italien in diesem Jahr knapp 20.000 Menschen an. Die Zahl der Toten könnte jedoch weit höher liegen, weil oft nicht klar ist, wie viele Menschen überhaupt auf den Booten waren.

Die Politik versucht derzeit, über Vereinbarungen mit dem Bürgerkriegsland Libyen Flüchtlinge von der lebensgefährlichen Überfahrt nach Europa abzuhalten. Schlepper zwingen die Menschen oft mit Waffengewalt auf schrottreife und vollkommen überfüllte Boote. Helfer schildern, dass in den Lagern in Libyen meist menschenunwürdige Zustände herrschen.

Seit langem prangern Hilfsorganisationen die Gleichgültigkeit gegenüber der Flüchtlingskatastrophe an. „Wenn die Opfer Europäer wären, würden sie Schlagzeilen füllen, aber sie sind unsichtbare Opfer“, schrieb Pro Activa Open Arms auf Facebook.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Rom (dpa) - In Rom wollen Innenminister aus europäischen und nordafrikanischen Ländern heute über die Migrationskrise sprechen. Thema: Wie kann der Zustrom der Menschen nach Europa gestoppt werden?

mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.
24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr